"Es steckt in uns Menschen, Rätsel lösen zu wollen", der Betreiber der neuen Mind Arena in Freiburg im Interview

Carla Bihl

Freiburg bekommt seine erste Mind-Arena: Ab dem 15. September kann man samstags und sonntags in den Räumen des Tanzstudios Dance-Emotion Rätsel lösen und gegen andere Teams antreten. fudder hat mit Inhaber Meinolf Morczinietz gesprochen.

Herr Morczinietz, worin unterscheidet sich die Mind-Arena von anderen Räumen wie etwa Escape-Rooms?

Meinolf Morczinietz: Ein Escape Room dauert 60 Minuten, kann aber schon früher beendet werden. Die Mind-Arena hingegen dauert in jedem Fall 90 Minuten, da das Ziel ist möglichst viele Punkte zu erreichen und nicht aus einem Raum zu entkommen. Zudem können bei der Mind Arena bis zu 50 Personen gleichzeitig spielen. Man muss aber keine große Gruppe sein, es kann auch lediglich 1 Team spielen. Im Escape Room wären große Gruppen in verschiedenen Räumen und könnten somit nur unterschiedliche Spiele spielen.

Ein Unterschied ist natürlich auch das "Knistern" in der Mind-Arena. Man muss versuchen sehr leise und unauffällig zu arbeiten, damit die anderen Teams die Ideen nicht sehen oder hören können. Es entstehen Geheimniskrämereien, die dem ganzen einen gewissen Reiz verleihen. Außerdem sind die meisten Escape-Rooms themengebunden, die Mind-Arena ist aufgrund seiner Spielart themenneutral, einerseits wegen ihrer Mobilität und ihres enormen Abwechslungsreichtums an Rätseln, andererseits ist das Thema ja das Punktesammeln.
Mitglieder im Club der Freunde können die Mind Arena schon vor Eröffnung ausprobieren

Mitglieder in fudders Club der Freunde haben am 14. September 2018 einen Abend lang die Gelegenheit, die Mind Arena vor der eigentlichen Eröffnung auszuprobieren. Vier Teams von je 5-6 Clubmitgliedern spielen dann gegen ein fudder Team. Für Nicht-Mitglieder gibt es eine Verlosung (siehe am Ende dieses Interviews).

Hier gibt es alle Infos zur Anmeldung

Wie man sich so ein Spiel vorstellen kann?

Es sind 6 Stationen. Pro Station liegen etwa vier Rätsel auf dem Tisch, von denen man innerhalb von zehn Minuten möglichst viele schaffen muss. Öffnet man an einer Station alle Boxen – nicht an allen Stationen, das ist eigentlich unmöglich – werden Bonusfragen gestellt, bei denen man noch Zusatzpunkte sammeln kann. Das Ziel ist es, immer mehr Punkte zu sammeln. Es gibt eine spielbegleitende App, die die Punkte zählt, und eine Mp3-Datei, die das ganze Spiel auditiv steuert. Im nächsten Jahr werden wir ein zweites Mind Set mit neuen Herausforderungen herausbringen.

Wie wird denn so ein Spiel entwickelt?

Eigentlich baut man das Spiel von hinten auf. Wenn man sich über das Ziel, über das Thema und den groben Ablauf klar ist, werden die Rätsel geschrieben. Ganz wichtig ist hierbei auch, dass die Rätsel fair sind, sie müssen absolut logisch herleitbar sein. Es gibt eine Deduktivlogik, also die reine 3+2 = 5 Logik, es gibt eine Intuitivlogik und eine Kreativlogik, meint die Quergedanken. Das alles zu antizipieren und zu kalkulieren ist die Herausforderung bei den Rätseln.

Man muss mit offenen Augen herumlaufen. Man sieht Gegenstände, die man wegschmeißen, gar nicht beachten würde, erkennt dann aber Möglichkeiten von Zugehörigkeit oder Kombinierbarkeit. Es geht um verrückte Ideen, bei der Entwicklung aber eben auch beim Spiel. Ein Team muss in der Lage sein verrückte Ideen zu entwickeln und die anderen müssen in der Lage sein, diese verrückten Ideen aufzunehmen, durchzukauen und entweder auszuspucken, oder zu schlucken.

Das Interesse an Mind-Games, an Rätselspielen und Escape Rooms hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Woher kommt dieser Hype?

Vielleicht ist es der Columbus-Effekt. Es steckt in uns Menschen etwas zu entdecken und Rätsel lösen zu wollen. Zudem wollen wir verschiedenes Entertainment, körperlich herausgefordert werden. Firmen sprechen über Teamwork, Familien über innerfamiliäre Kommunikation. Wir wollen gemeinsam feiern gehen, Sport machen und so vieles mehr erleben. Warum also nicht gemeinsam Rätsel lösen und Codes knacken?

Es wird aber noch einiges mehr passieren, natürlich auch im Virtual Reality-Bereich. Was das aber von den Real Life Escape Rooms unterscheidet, ist die Haptik. Leute finden Gegenstände, fassen sie an, überlegen, ziehen, drehen, halten es irgendwo dran, bis sich plötzlich etwas öffnet. Der Hype dieser Räume liegt also darin begründet, dass die Menschen durch Haptik und durch Kommunikation und Mimik ein völlig neues Level der Intensität erreichen, als bei jedem anderen Entertainment.

Was fasziniert Sie selbst an diesen Konzepten und an diesen Rätselspielen?

Das denke ich, muss man erlebt haben. Immer, wenn ich Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern erzähle, sie sollen vorbei kommen, dann erlebe ich auch mal eine desinteressierte Haltung. Aber wenn man dann drin ist, packt es einen irgendwie und man gerät in "begeisternde Stresssituationen", weil man merkt, dass man disziplinierter und zielgerichteter sein muss, quer denken. Das Ganze ist eine so starke Herausforderung und berührt auf so vielen Ebenen. Es kommt Freude auf, es werden Endorphine ausgeschüttet. Man geht rein, ist ratlos, auf einmal ist man voll drin, will gar nicht mehr aufhören. Und das ist das, was mich daran begeistert.

fudder-Verlosung

Mitglieder in fudders Club der Freunde können die Mind Arena schon einen Tag vor Eröffnung kostenlose ausprobieren. Doch auch Nicht-Mitgliedern wollen wir dieses Chance ermöglichen. Deßhalb verlosen wir 3x2 Tickets für unser Event am kommenden Freitag. Alle Infos dazu gibt es hier.

Um mitzumachen, schicke einfach eine Mail an gewinnen@fudder.de mit dem Betreff "Mind Arena". Teilnahmeschluss ist um Mittwoch, 16 Uhr, die Gewinner werden via Mail benachrichtigt. Teilnahme ab 18 Jahren.
Was: Mind Arena Freiburg Wann: Samstag, 16 Uhr und 18.30 Uhr, Sonntag 13.30 Uhr und 16 Uhr
Wo: Dance Emotion, Saal 4, Kaiser-Joseph-Straße 272
Web: Facebook-Seite der Mind Arena
Preise: Webseite mit Preisen und weiteren Informationen