Es saugt und bläst

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie Spinnen sterben? Jeder, der eine gewisse arachnophobische Ader hat und beim Saubermachen auf einen der niedlichen Achtbeiner trifft, geht auf die brutale Weise vor: Staubsauger angeworfen und weg ist das Angst einflößende Tier. Doch was passiert dann mit den kleinen Lieblingen?

Für den angeekelten Saubermacher ist nach dem Einsaugen das Problem samt Spinne verschwunden. Doch für das arme eingesaugte Tier hat damit erst die Qual begonnen. Wenn der Staubsauger ein älteres Modell ist, ist die Spinne recht schnell keine solche mehr. Denn das Gebläse liegt in solchen Geräten noch vor dem Staubauffangfilterbeutel, wodurch in letzterem nur Spinnenmus ankommt.


In neueren Staubsaugern liegt das Gebläse hinter der Filtertüte. Die Spinne wird zwar auf Autobahngeschindigkeit beschleunigt, landet aber recht sanft auf einem Kissen aus Staub. Dort kann sie eine Weile auch ohne Nahrung überleben. Sie wird sich aber auf die Suche nach dem Weg nach draußen begeben. Ob sie den findet, hängt vom Vorhandensein und Zustand der kleinen Gummiklappe ab, die sich am Übergang von Schlauch zu Staubbeutel befindet und eigentlich zum Zurückhalten von schlechten Gerüchen und Staub gedacht ist.

Damit man keiner Spinne diesen langwierigen Hungertod zumuten muss, kann man mit den achtbeinigen Tierchen auch humaner verfahren. Entweder man lässt sie ganz in Ruhe. Oder, wer sie wirklich nicht in der Wohnung haben will, kann einfach mit Glas und Papier einen Gefangenentransport bauen und die Spinne aus dem Fenster werfen. Oder einen Freund/Partner/Nachbarn kreischend darum bitten.