"Es ist wichtig, dass alles immer ein wenig armselig und scheiße ist"- Fortuna Ehrenfeld treten im Swamp auf

Simon Langemann

Fortuna Ehrenfeld, das ist kein hoffnungsloser Fünftligist aus Köln, sondern das Solo-Musikprojekt von Martin Bechler. Der macht Musik zwischen Singer/Songwriter und Indie-Pop, die nicht so richtig in eine Schublade passen will.

Auf dem Papier spricht wenig dagegen, Fortuna Ehrenfeld einen Newcomer zu schimpfen: Erst zwei Jahre ist es her, dass der Kölner Musiker Martin Bechler sich mit der ersten Platte seines Quasi-Soloprojekts an die Öffentlichkeit wagte. Auch nach dem Wechsel zum großen Indie-Label Grand Hotel van Cleef, wo im August das viel beachtete Zweitwerk "Hey Sexy" erschien, kann man ihn bei Fans verschrobener deutschsprachiger Popmusik getrost als den neuen heißen Scheiß anpreisen.


Warum das so interessant ist? Weil Fortuna Ehrenfeld auf der anderen Seite so gar nichts newcomerhaftes an sich hat. Das liegt vielleicht am Titel des Debütalbums ("Das Ende der Coolness Vol. 2") liegen, vielleicht auch an Bechlers Alter (Ende 40) – mit Sicherheit aber an der spürbaren Reife seines Songwritings.



Doch auch diese hat ihren Hintergrund: Bereits mit 23 gründete der Multiinstrumentalist und Musikwissenschaftler seine eigene Produktionsfirma, arbeitete als Toningenieur in Musicals und als Auftragskomponist für Rainald Grebe, Dieter Nuhr oder Serdar Somuncu. Und nun also endlich auch als Solokünstler. Das Ergebnis unter Singer/Songwriter oder Indie-Pop einzuordnen, fühlt sich falsch an – naheliegendere Schubladen sind jedoch ebenso schwer zu finden. Sicher ist nur: "Mir ist musikalische Perfektion ein Gräuel. Es ist wichtig, dass alles immer ein wenig armselig und scheiße ist."

Morgen Abend kommt Fortuna Ehrenfeld in Form einer dreiköpfigen Band nach Freiburg. Oder um mit einer Zeile aus "Das Letzte Kommando" zu sprechen: "Reisegruppe Seltsam auf'm Weg ins Paradies."
Was: Fortuna Ehrenfeld im Swamp
Wann: Donnerstag, 8. März, 20 Uhr
Wo: Swamp, Talstraße 90