Es ist noch nicht vorbei!

Dirk Philippi

Wölfe-Coach Peter Salmik gibt sich vor der morgigen vierten Halbfinal-Partie gegen die Tölzer Löwen (20 Uhr, Franz Siegel-Halle) ganz ruhig, sachlich und fokussiert, aber man merkt dem 33-jährigen Slowaken an, dass es in ihm brodelt. Die Wölfe verloren die ersten drei Spiele der Best-Of-Seven-Playoff-Serie und müssen nun noch vier Mal in Folge siegen, um den sportlichen Aufstieg in die zweite Liga zu erreichen. Salmik hat sein Team akribisch auf das Freitag-Spiel vorbereitet und neu aufgestellt. fudder überträgt die Partie erneut live im Playoff-Radio.



Wer angesichts der für den kommenden Sonntag bereits fest geplanten Aufstiegsfeier der Tölzer Löwen denkt, dass es wilde Kampfansagen aus der Wölfe-Kabine an der Ensisheimerstraße hagelt, der sieht sich heute eines Besseren belehrt. Team und Trainer sind konzentriert, arbeiten und meiden verbale Seitenhiebe. „Natürlich haben wir zur Kenntnis genommen, wie man bei unserem Gegner mit den fraglos verdienten Siegen umgeht, aber Antworten zählen nur auf dem Eis!“, will Trainer Peter Salmik gar nicht mehr zur scheinbar unumstößlichen und gleichsam provozierenden Siegesgewissheit der Oberbayern sagen.


Salmik konzentriert sich ausschließlich auf seine Mannschaft, die „morgen zeigen soll, was in ihr steckt“. „Es ist noch nicht vorbei!“, bezieht sich der jüngste Liga-Trainer darauf weniger auf die reinen Fakten als vielmehr auf das, was sich still und heimlich offenbar in der Kabine entwickelt hat. Auf Nachfrage wird auch bei diesem Punkt auf das morgige Spiel verwiesen, denn dort liege „die Wahrheit“.

Wenn man mit dem Coach der Wölfe spricht, dann hat man jedenfalls nicht den Eindruck, dass sich das Team oder gar er selbst aufgegeben haben. Im Gegenteil: Die Stimmung bei den Wölfen liegt momentan irgendwo zwischen Vulkanausbruch und Gefrierbrand, mit deutlicher Tendenz zur rasanten Wärmeentwicklung.

Um den ersten Halbfinal-Sieg zu erreichen hat Salmik zudem das Team durcheinander geschüttelt und neu aufgestellt. „Ja, wir haben einiges verändert – was, das werdet ihr morgen sehen!“ – „auf dem Eis, denn dort zählt es“ möchte man ergänzen.

Während für Petr Bares nach einer schweren Schulterverletzung mit Blut und Wasser unterm Gelenk sowie Knochenabsplitterungen die Saison ebenso beendet ist wie für Torhüter Ronny Glaser, der unter einer schmerzhaften Bauchmuskel-Blessur leidet, kehrt Wölfe-Topskorer Petr Mares zurück ins Team. Adam Spylo wird erneut in der Verteidigung auflaufen und ferner deutet vieles daraufhin, dass Christoph Mathis beim Eröffnungsbully im Tor der Blau-Weiß-Roten stehen wird.

Während man in Bad Tölz also die Feierlichkeiten vororganisiert und mögliche Endspiel-Termine abklärt, würde man im Breisgau die kleine Hoffnungsflamme, die derzeit noch lodert, nur zu gerne mit einem Kanister Benzin, in Form eines Heimsiegs, füttern. Man darf gespannt sein.

fudder überträgt Spiel 4 der Halbfinal-Serie erneut live im Playoff-Radio ab 20 Uhr aus der Franz-Siegel-Halle.

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