"Es braucht Überzeugungskraft!" - Fünf Fragen an die Veranstalterin vom Elevator Pitch in Freiburg

Konstantin Görlich

Stell dir vor, du triffst deinen Chef im Aufzug. Du hast drei Minuten, um ihn von deiner bahnbrechenden Idee zu überzeugen. Vor dieser Herausforderung stehen zehn Jungunternehmer in spe am heutigen Donnerstag beim Elevator Pitch Baden-Württemberg in Freiburg. Wir haben mit der Veranstalterin gesprochen:



Warum Elevator Pitch und nicht ein anderes Format? Was ist die besondere Herausforderung daran?

Bei einem Elevator Pitch kann und muss man die Jury kurz und knapp in drei Minuten überzeugen. Die Leute hören nicht gerne allzu lange Geschichten und der Elevator Pitch ist eine Möglichkeit zu trainieren, andere von einer Idee, für die man brennt, in kurzer Zeit zu überzeugen. Die besondere Herausforderung ist, den Spannungsbogen herzustellen, eine gute Einleitung zu finden, den Nutzen der Idee oder des Produktes darzustellen und die Jury – oder generell das Gegenüber, seien es Investoren oder Kunden – davon zu überzeugen.

Was braucht ein guter Elevator Pitcher?

Er braucht Überzeugungskraft, er muß sich wirklich vorher genau im klaren sein: Was ist der Kern der Idee? Was ist das Alleinstellungsmerkmal? Und er muß das überzeugend rüberbringen. Das kann auch trainiert werden: Worüber muss ich mir Gedanken machen? Wer sind meine Zuhörer? Wie muss ich den Pitch aufbauen? Wie krieg ich den richtigen Einstieg, den Spannungsbogen?

Die Geschäftsideen und ihre Ideenträger: wie sind die, wo kommen die her, was machen die eigentlich?

19 Ideen waren für den Freiburger Elevator Pitch angemeldet, dann hat das Publikum über Social Media – Facebook, Twitter, Google+ – gevotet und die zehn mit den meisten Stimmen dürfen morgen präsentieren. Die Ideen kommen aus ganz ganz unterschiedlichen Bereichen und sind genauso unterschiedlich, wie die Ideenträger. Einige Teilnehmer waren schon neben dem Studium freiberuflich tätig. Zum Beispiel hat sich ein Student mit einem Fotografen zusammengetan, um seine Idee voranzutreiben. Aber es sind ganz ganz unterschiedliche Hintergründe.

Die Vorstellung, die Pitches, sind öffentlich. Können da nicht die Ideen einfach geklaut werden?

Zum einen kann man in drei Minuten natürlich nicht so viel erzählen, dass jemand anders das direkt nachmachen kann. Zum anderen ist unsere Erfahrung, dass Ideen in diesem Stadium gar nicht so oft geklaut werden. Immerhin haben sich die Leute damit lange beschäftigt, sie sind mit Leidenschaft dabei und sie bringen ihr eigenes know-how mit. Und das alles muss jemand erstmal nachmachen.

Wie gut hat das Online-Voting über Social Media im Vorausscheid funktioniert? Hat eher gewonnen, wer schon ein eigenes Netzwerk mitbrachte, oder lag es wirklich an den Ideen?

Wahrscheinlich beides. Natürlich macht jeder Werbung für seine Idee und sagt seinem Netzwerk bescheid, aber wer auf die Plattform geht, guckt sich alle Ideen an und vergibt seine Stimmen. Insofern ist natürlich dieser schriftliche Pitch, diese Kurzvorstellung, genauso wichtig.

Beim Regio Cup in Freiburg am heutigen Donnerstag pitchen zehn Gründer um die Wette – es geht um bis zu 500 Euro und die Teilnahme am Finale in Karlsruhe, wo bis zu 3000 Euro Preisgeld winken. Der Regio Cup in Freiburg wird vom Gründerbüro der Uni veranstaltet.

 



Zur Person: Dorothea Bergmann, Dipl.-Ing, MBA, leitet seit 2003 das Gründerbüro der Uni Freiburg. Ursprünglich hat sie Internationale Agrarwirtschaft studiert und ist seit 1998 Nebenerwebs-Winzerin. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind unter anderem Beratung und Coaching von Unternehmensgründern und Unterstützung bei der Erstellung von Businessplänen.  

Mehr dazu:

Was: Elevator Pitch BW, Regio Cup Freiburg
Wann: 5. Juni 2014, 16:30 Uhr
Wo: Uni Freiburg, Peterhofkeller   [Symbolbild: © KazantsevAlexander - Fotolia.com, Portrait: Autor]