Erwählte Damen beim Militär

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass auch Frauen zu Generälen gewählt werden können? Dass Frauen Staatsoberhäupter und damit Oberbefehlshaber von Armeen werden, gibt es schon seit mehreren Jahrtausenden. Doch als Armeeangehöriger musste man sich zum General stets nach oben dienen, gewählt werden funktionierte nie. Doch im 19. Jahrhundert entstand eine völlig neue Armee.

Die Heilsarmee, von denen man meist höchstens die uniformierten Drehorgelspieler aus der Fußgängerzone kennt, entstand aus einer christlichen Erweckungsbewegung, die von dem methodistischen Pfarrer William Booth in London gegründet wurde. Erschüttert von den Lebensbedingungen in den Slums der Stadt zur Mitte des 19. Jahrhunderts gründete er diese hauptsächlich soziale Hilfsorganisation, die nach mehreren Namensänderungen unter dem Motto „Suppe, Seife, Seelenheil“ als Heilsarmee militärisch organisiert wurde.


Mit Uniformen und Diensträngen, allerdings ohne Waffen, wurde Booth selbst zum ersten General. Doch als er erkrankte, übernahm seine Frau Catherine für längere Zeit die Führung der Armee. Die erste Generalin wurde deren Tochter Evangeline, die von dem hohen Rat der Heilsarmee gewählt wurde. Der hohe Rat setzt sich aus den langgedienten Offizieren der Heilsarmee zusammen, die – ähnlich wie das Konklave bei der Papstwahl – nur zur Wahl eines neuen Generals zusammentreten.

Zur Zeit amtiert der 18. General seit der Gründung 1878. Zwischenzeitlich gab es noch zwei Frauen auf diesem Posten, die letzte 1993. Wer mehr über die nicht nur sozialen, sondern auch kirchlichen Aktivitäten erfahren will, kann dies in der armeeeigenen Zeitschrift „Der Kriegsruf wöchentlich nachlesen.