Erstes Treffen der Bürgerinitiative Pro Nachtleben: "Es wird Zeit, aktiv zu werden"

Christina Fortwängler

Seit September gibt es die Bürgerinitiative Pro Nachtleben, die sich gegen Forderungen des Lokalvereins Freiburg Innenstadt positioniert. Am gestrigen Dienstagabend luden die Initiatoren Daniel Schmitt, Joe Evers und Stefan Kron zu einem ersten Treffen für Interessierte und Unterstützer ins Artik ein. Im Fokus der Veranstaltung lagen die Vorstellung der Initiative und Formulierung ihrer Ziele sowie weiterer Strategien. "Es wird Zeit, aktiv zu werden", so Mitinitiator Daniel Schmitt.



Im Plenum wurden inhaltliche Punkte für die Kampagne besprochen. Der Konsens: Die aktuelle Sperrzeitenregelung von 3 Uhr nachts unter der Woche und 5 Uhr am Wochenende soll erhalten bleiben und eine Erweiterung als Lösungsansatz vorgeschlagen werden. Eine Ausweiterung des Nachtverkehrs sei eine weitere Möglichkeit, das Ganze zu entzerren.


Im Zentrum stand auch die Frage nach der Verantwortung von Stadt einerseits und Betreibern andererseits. Könne der Gastronom dafür belangt werden, dass Partygäste auf den Straßen lärmen, wenn er in seinen Räumen und im näheren Einzugsgebiet für Ruhe sorgt? Die wirtschaftlichen Folgen einer Sperrzeitenverlängerung für Clubs und Bars müssten deshalb deutlich gemacht werden. Auch der kulturelle Mehrwert des Freiburger Nachtlebens sei ein wichtiger Faktor, der der Stadt nahe zu bringen sei.

Man müsse signalisieren: „Wir machen etwas für die Stadt. Wir sind nicht ihre Gegner“, so eine Stimme aus dem Publikum.

Im Publikum vertreten waren hauptsächlich Betreiber von Bars und Diskotheken in Freiburg, darunter Erika Bar, Schmitz Katze, KGB Club, Riva oder Enchilada sowie Musiker, Veranstalter und Nutzer des Nachtlebens, Stadträte und auch ein Innenstadtanwohner.

„Ein wichtiger Baustein ist der Kontakt zum Gemeinderat“, hielt Mitinitiator Joe Evers fest. Die Dringlichkeit der Lage fordert nun schnelles Handeln, denn schon am 12. November 2013 findet die nächste Gemeinderatssitzung statt, auf die es sich vorzubereiten gilt. Zu diesem Zweck wurde gestern ein neunköpfiger Ausschuss bestimmt, der sich gezielt auf den Kontakt mit  den verschiedenen Fraktionen des Gemeinderats vorbereiten, Pressearbeit leisten sowie schriftlich Forderungen und Argumente der Initiative festhalten soll.

Ein internes Treffen der Gruppe ist schon für nächste Woche anberaumt. Konkrete Aktionen sind in Form von Petitionen und Aktionen in Clubs und Bars geplant, um für das Thema zu sensibilisieren, und dann in einem weiteren Schritt Menschen zu erreichen, die nicht unbedingt Nutzer des Nachtlebens sind.

Auf Facebook hat die Initiative über 2000 Likes. Gestern war davon nur ein Bruchteil da. Mitinitiator Daniel Schmitt ist trotzdem zufrieden mit der Resonanz des ersten Treffens. Der Überhang von Vertretern aus dem Gastronomie- und Veranstaltungssektor war für ihn zu erwarten, da es hier um Erhaltung von Existenzen gehe: „Wir haben versucht, eine Option zu bieten. Dass alle aufschlagen, habe ich nicht erwartet“.

Daher auch das primäre Ziel, zu informieren, um die Masse heterogener zu gestalten und sich personell aufzustellen, gerade hinsichtlich der Gemeinderatssitzung Mitte November. 

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