Eröffnung am Freitag: Aus Plan B wird Barcelona

Julia Mungenast

Der Bungalow in der Heiliggeiststraße, in der seit dem Sommer 2011 das Ausstellungsprojekt 'Plan B' beheimatet war, heißt jetzt 'Barcelona'. Am Freitag eröffnet dort die erste Ausstellung: Malerin Leni Hoffmann zeigt 'Adobe'.



Schon mal gedankenverloren am gläsernen Pavillon in der Heiliggeiststraße 2 vorbei gefahren? Bevor Plan B aus dem offenen, einstöckigen Gebäude einen Ausstellungsraum machte, beheimatete der Bungalow in der Vergangenheit unter anderem einen Blumenladen und eine Buchhandlung. Das Galerieprojekt Plan B konzipierte aus der Räumlichkeit einen Ausstellungsort.


Ab sofort trägt der als Bungalow im Stil der Moderne gebaute Ausstellungsraum einen neuen Namen: Barcelona. Der Pavillon öffnet sich zu zwei Seiten mit großflächigen Glasfenstern der Umgebung und gliedert sich im Inneren durch klare vertikale und horizontale Flächen. Ehemals unter dem Namen Plan B geführt, bleibt der Ausstellungsraum der gleiche, aber sein Inhalt ändert sich. Auf ein Jahr begrenzt, will das Projekt Barcelona hier vier bis sechs Ausstellungen unterschiedlicher Künstler zeigen.

Am kommenden Freitag eröffnet Barcelona mit einer Schau der Künstlerin Leni Hoffmann. Die Düsseldorfer Malerin und Bildhauerin wurde als ordentliche Professorin an die Staatliche Akademie der Bildenen Künste Karlsruhe berufen und arbeitete an der Außenstelle Freiburg.

Barcelona will in dem experimentellen Raum die Möglichkeit bieten, buchstäblich nah an Hoffmanns Malerei heranzukommen: Der Betrachter als Teil ihres Kunst-Werkes. Eine Malerei, wie der Veranstalter schreibt „zwischen Fläche und plastischer Form, zwischen autonomem Werk und kontextbezogener Setzung“ ermöglicht es dem Publikum an - teilzunehmen.

Der Pavillon soll auch die nachfolgenden Künstlern dazu inspirieren, sich inhaltlich und architektonisch mit dem Ausstellungsraum auseinanderzusetzen.


Der Name Barcelona geht auf den Architekten Ludwig Mies van der Rohe zurück: Sein Barcelona-Sessel wurde für den deutschen Pavillon der Weltausstellung 1929 in Barcelona konzipiert, um dem spanischen Königspaar bei der feierlichen Eröffnung des Gebäudes als Sitzgelegenheit zu dienen.

Ludwig Mies van der Rohe, dessen Bauverständnis dem Ausstellungsprojekt Barcelona als Vorbild dient, prägte die Bedeutung des Wesentlichen und machte damit die Alltagsweisheit „Weniger ist mehr“ gemeinhin geläufig. Seine Idee des Minimalismus konzentriert sich in seiner Bauweise: konstruierte Logik gepaart mit räumlicher Freiheit.

Leni Hoffmanns Werke können sechs Wochen lang bestaunt und erlebt werden. Nach einer vierwöchigen Pause darf ein anderer Künstler die Energie des Pavillons für seine Kunst nutzen. Aus einzelnen Teilheften zu der Ausstellung wird am Ende des Projekts eine zu erwerbende Publikation erscheinen.

Mehr dazu:

Was: Adobe - Leni Hoffmann
Wann
: Freitag, 21.September bis Sonntag, 11. November 2012; Vernissage: Freitag, 21.September 2012, 20 Uhr
Wo
: Barcelona, Heiliggeiststraße 2, 79106 Freiburg
Eintritt
: frei