Ernährung Schwangerschaft: Viel futtern! Bloß was?

Manuela Müller

Jeder Mensch sollte sich gesund ernähren und Giftstoffe für den Körper weglassen. Das gilt insbesondere für Schwangere, die ja schließlich noch einen kleinen Menschen miternähren. Die DOs und DON'Ts des Essens für werdende Mütter.



Vitamin A steckt in Karotten, Spinat, Milch und Eigelb. Es unterstützt die Bildung der kindlichen Zellen, hilft also mit, dass das Kleine groß und stark wird. Allerdings solltet ihr jetzt nicht nur Karotten in euch reinstopfen, denn eine Überversorgung mit Vitamin A kann zu Wachstumsstörungen beim Baby führen.


Vitamin B bringt nicht nur Erwachsenen im Berufsleben was, sondern auch Mutter und Kind. Die B-Gruppe der Vitamine ist wichtig für den Stoffwechsel und das Bindegewebe. Mit Vollkorn-, Milchprodukten, Bananen, Kartoffeln, Salat, dunklem Blattgemüse, Fisch und Avocados lassen sich also angeblich Schwangerschaftsstreifen vorbeugen. Ich rate euch aber trotzdem noch zusätzlich zu einem Schwangerschaftsöl für die überstrapazierte Haut an Bauch, Busen und Po.

Damit die Schwangere nicht krank wird, das Zahnfleisch nicht zu leiden hat und Schlafprobleme sowie Stress leichter zu verdauen sind: Vitamin C. Damit versorgen uns Südfrüchte, Johannisbeeren, Erdbeeren, Sanddorn, Kohlgemüse, Paprika und Brokkoli.

Für kräftige Knochen sorgt Vitamin D. Außerdem hilft dieses Vitamin dem Körper, Kalzium besser zu verwerten. Wieder einmal sind es Milch und Eigelb, die man essen sollte, aber auch Fisch und Hefe (muss ja nicht pur sein, sondern schmeckt in Hefe-Nuss-Gebäck ganz lecker).

Mit Vitamin E wird die Entwicklung des kindlichen Immunsystems angeregt. Wer also in Zukunft nicht ständig mit seinem Nachwuchs wegen Erkältungen zum Kinderarzt rennen will, sollte in der Schwangerschaft mit pflanzlichen Ölen kochen, sich auf Vollkorngetreide umstellen und auf seinem Speiseplan Nüsse und Butter haben.

Neben all den Vitaminen gibt es noch andere Nährstoffe, von denen das Ungeborene richtig viel braucht. Wie viele Schwangere habe auch ich Eisenmangel und nehme deswegen jeden Tag eine Eisentablette, die mir meine Frauenärztin verschrieben hat. Das Baby verbaucht nämlich meinen natürlichen Eisenhaushalt, weil es damit seine Organe ausbildet. Im Essen steckt Eisen in Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkornbrot, Spinat und Haferflocken.

Für ein kräftiges Skelett und die Entwicklung der Zahnanlagen sorgt Kalzium. Milch und Milchprodukte beinhalten davon einiges, außerdem Lauch, Brokkoli, Fenchel und kalziumreiches Mineralwasser. Magnesium ist an fast allen Stoffwechselvorgängen beteiligt und verpasst meinem kleinen Fußballer die nötigen Muskeln. Deswegen stehen auf meinem Speiseplan Bananen, grünes Gemüse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Vollkornmehl und magnesiumreiches Mineralwasser.

Wer jahrelang die Pille genommen hat, wurde mit Sicherheit beim Absetzen der Pille darauf hingewiesen, dass der Körper jetzt Nachschub an Folsäure braucht. Schon beim Gedanken einer baldigen Schwangerschaft sollte Frau damit beginnen ein Folsäurepräparat zu nehmen. Ich empfehle Folio, weil das für etwa drei Monate nur ungefähr acht Euro kostet.

Es gibt aber auch wesentlich teurere Tabletten. Folsäure gilt als der wichtigste Mineralstoff in der Schwangerschaft, weil er dem Körper bei der Zellteilung und -bildung hilft. Eine sog. offener Rücken (Neuralrohr-Defekt) wird meistens auf einen Folsäuremangel zurückgeführt. Mit einigen Ernährungstipps bekommt man auch auf natürlichem Weg den wichtigen Mineralstoff: Vollkornprodukte, Spinat, Salat, Fleisch, Grünkohl, Rosenkohl, Milchprodukte, Weizenkeime, Bohnen, Hülsenfrüchte, Trauben und mal wieder Eigelb.

Und schließlich, damit wir auch ein paar kluge Köpfe heranziehen, sollten wir Schwangeren Jodsalz und Seefisch zu uns nehmen, damit sich Gehirn und Schilddrüse mit Hilfe von Jod richtig entwickeln können.

Alles in allem: Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte und viel Gemüse. Unser Speiseplan sollte von allem etwas beinhalten. Verzichten sollten wir dagegen auf allzu viele Süßigkeiten, Chips und sonstigen ungesunden Knabberkram, Alkohol, Nikotin, Kaffee (bzw. Koffein, das ja auch in Cola, Schwarz- und Grüntee ist) und natürlich alle illegalen Drogen. Rohes Fleisch birgt die Gefahr einer Toxoplasmoseinfektion, Rohmilchkäse und rohe Eier können zu einer Listerioseinfektion führen.

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