Ermittlungen

Ermordete Studentin in der Dreisam: LKA hat männliche DNA sichergestellt

Frank Zimmermann

An der Leiche der 19 Jahre alten Studentin Maria L. konnten DNA-Spuren einer männlichen Person festgestellt werden. Dies hat die Polizei bestätigt. Nun wird das Genmaterial mit der bundesweiten Analyse-Datei abgeglichen.

Ausgewertet wurden alle sichergestellten Spuren von Experten des Landeskriminalamts (LKA) in Stuttgart. Das vorläufige Ergebnis: Bei den durch Kriminaltechniker gesicherten Spuren konnten an der 19-Jährigen männliche DNA-Spuren festgestellt werden. Weitere Angaben zur Art und der konkreten Lage der Spuren, wo am Körper sich die männliche DNA befand und ob Sperma gesichert wurde, wollen die Ermittler aus "taktischen Gründen" nicht machen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei vom Mittwochmittag. "Wir sind froh, dass wir überhaupt Spuren haben", sagt Polizeisprecherin Laura Riske im Hinblick auf den Fundort in der Dreisam; Wasser kann schädlich für die Spurensicherung sein. Wie lange die Tote im Wasser lag, ist indes weiterhin unklar. Zum Todeszeitpunkt könne man nichts sagen, sagt Riske. In Frage kommt demnach weiterhin ein Zeitpunkt in der Frühe des Sonntag, 16. Oktober, zwischen 2.40 Uhr (als Maria L. eine Party in der Mensa Institutsviertel verließ) und 8.20 Uhr (als eine Joggerin sie tot in der Dreisam auf Höhe des Schwarzwaldstadions fand).

Die Polizei Freiburg arbeiten mit Hochdruck am Fall der an der Dreisam getöteten 19-jährigen Medizinstudentin. Wir haben die wichtigsten Fakten und Fragen zum Fall zusammengetragen. Mehr dazu

Nun stehen noch weitere Auswertungen an. Vor allem muss das männliche Genmaterial nun mit der bundesweiten DNA-Analyse-Datei abgeglichen werden, in der Straftäter- und Tatverdächtigen-DNA sowie Spuren von Tatorten gespeichert sind. Ende September umfasste die DNA-Analyse-Datei laut Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) 1,16 Millionen Datensätze. Davon sind 862 000 Personendatensätze und knapp 300 000 Spurendatensätze, die bundesweit an Tatorten sichergestellt wurden. Seit Einführung der Datei im Jahr 1998 wurden 229 430 Treffer erzielt.

Keine Übereinstimmung hat das Gen-Material mit einem Schweizer Fall. Die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" und der Zürcher "Tagesanzeiger" hatten von Parallelen des Freiburger Falls zu einer Vergewaltigung in Emmen im Kanton Luzern im Juli 2015 berichtet.

Derweil wurden bereits und werden weiterhin in den kommenden Tagen DNA-Proben bei Männern erhoben, die nachweislich und berechtigt mit der 19-Jährigen in Kontakt standen. Das können Freunde genauso sein wie Einsatzkräfte am Tatort. Bislang wurde die DNA von 30 Männern abgeglichen, sagt Riske; weitere Abgleichungen stünden noch an. Wie viel Abgleichungen die Polizei insgesamt ins Auge fasst, ob zum Beispiel alle männlichen Gäste der Party, auf der Maria L. in der Nacht von Samstag auf Sonntag war, in Frage kommen, kann Riske nicht sagen.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich rund um die Uhr mit der Kriminalpolizei unter Tel. 0761 / 882-5777 in Verbindung zu setzen. Ein zweite Flyer der Freiburger Polizei zeigt das Fahrrad der getöteten 19-jährigen Maria L. (Flyer zum Download als.pdf).
Die Ermittler haben folgende Fragen:

  • Wer hat am frühen Sonntagmorgen zwischen 2:40 und 8:20 Uhr ungewöhnliche Beobachtungen an der Dreisam gemacht?
  • Wer hat die 19-Jährige oder ihr abgebildetes weißes Damenfahrrad im Zeitraum von Mitternacht bis zum Auffinden am Sonntag gegen 8:20 Uhr gesehen und kann sachdienliche Hinweise zum Geschehen machen?
  • Wer kann sachdienliche Angaben zur Herkunft oder zu einem möglichen Eigentümer des lilafarbenen Damenrads machen?
  • Wem sind an ihm bekannten Personen im Nachgang zur Tat ungewöhnliche Kratzer aufgefallen?
Die Polizei bittet Zeugen, sich unter 0761-882 5777 bei der Kriminalpolizei zu melden.

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