Ermittler: Rechtsextreme bauten Sprengsätze für Modellflugzeuge

bz

Haben Rechtsextreme aus Südbaden geplant, mit Hilfe eines Modellflugzeuges einen Sprengstoffanschlag auf politische Gegner zu verüben? Diesem Verdacht geht die Polizei nach. Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg und das Landeskriminalamtes Baden-Württemberg ermitteln in Zusammenarbeit mit der Polizei in Emmendingen, Freudenstadt, Offenburg und Freiburg seit vergangener Woche wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz gegen insgesamt vier Tatverdächtige. Das berichten die Freiburger Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung.


Auftraggeber war bereits mit Böllerwurf aufgefallen

Der mutmaßliche Drahtzieher, ein 23-jähriger ohne festen Wohnsitz, wurde festgenommen und befindet sich auf Anordnung des Amtsgerichts Emmendingen in Untersuchungshaft. Er wird der rechtsextremen Szene zugeordnet und soll einen 42-jährigen aus dem Raum Emmendingen zum Bau einer Sprengvorrichtung angestiftet haben. Es soll Überlegungen gegeben haben, diesen selbstgebastelten Sprengsatz mit einem Modellflugzeug bei einer Veranstaltung politischer Gegner einzusetzen. Gleichzeitig heißt es in der Pressemitteilung, dass es konkreten Planungen nach derzeitigem Erkenntnisstand noch nicht gab.

Die beiden weiteren Tatverdächtigen sind den Angaben zufolge ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Freudenstadt, bei dem sich der Drahtzieher zeitweise aufhielt, sowie ein 24-Jähriger aus Freiburg. Beide sind nach Angaben der Ermittler ebenfalls der rechtsextremen Szene zuzuordnen.

Durch einen Hinweis, zu dessen Hintergrund keine Angaben gemacht werden, kam die Polizei den Verdächtigen auf die Spur. Bereits am 4. und 5. September wurden deshalb in Freiburg, den Landkreisen Freudenstadt und Emmendingen ein rechter Szenetreff und die Wohnungen der vier Verdächtigen durchsucht. Beim mutmaßlichen Hersteller konnten eine funktionsfähige Sprengvorrichtung und mehrere Modellflugzeuge sichergestellt werden. Entschärfer des LKA machten den Sprengsatz unschädlich.

Ein Mann sitzt in U-Haft

Bei den Durchsuchungen wurden außerdem verschiedene Chemikalien, geringe Mengen Betäubungsmittel, elektronische Datenträger und eine Videokamera sichergestellt. Der mutmaßliche Auftraggeber hatte bereits am 31. August 2013 bei einer Demonstration der Partei "Die Rechte" in Dortmund in Richtung von Gegendemonstranten einen Böller geworfen. Dadurch erlitten insgesamt fünf Personen Verletzungen in Form von
Knalltraumata.

Der mutmaßliche 42-jährige Bombenbauer, der auch den in Dortmund verwendeten Böller hergestellt haben soll, ist bislang nicht mit politisch motivierten Straftaten aufgefallen. Ein gegen ihn erlassener Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, der mutmaßliche Auftraggeber sitzt in Untersuchungshaft.