Drogenschmuggel

Ermittler finden 204 Kilo Marihuana in Stahlträgern einer Breisacher Lagerhalle

Julius Steckmeister

Spektakulärer Fund in einer Breisacher Lagerhalle: Ermittler haben 204 Kilo Marihuana gefunden– verborgen in zwei meterlangen Stahlträgern. Zwei Männer wurden festgenommen. Die Drogen im Verkaufswert von rund 2,25 Millionen Euro wurden in einem spanischem Lastwagen nach Breisach geschmuggelt.

Nach umfangreichen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft, Zoll und Polizei haben Ermittler am Dienstag im Umfeld einer Lagerhalle in Breisach 204 Kilo Marihuana sichergestellt. Die Fahnder hatten im Vorfeld herausgefunden, dass die Drogen auf einem Lkw von Spanien über Frankreich nach Deutschland geschmuggelt werden sollten – verborgen in zwei mehrere Meter langen, tonnenschweren Stahlträgern.


65-Jähriger ist Hauptverdächtiger

Ein Schlag gegen den internationalen Drogenschmuggel gelang der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Karlsruhe am vergangenen Dienstag. Am frühen Vormittag konnten die Fahnder von Polizei und Zoll auf dem Gelände einer Lagerhalle einen Lkw sicherstellen, von dem aufgrund vorausgegangener Ermittlungen bereits bekannt war, dass sich auf seiner Ladefläche ein Drogenversteck befindet. Zwei Tatverdächtige sitzen inzwischen in Haft.

Als der aus Spanien über Frankreich kommende Lastwagen auf dem Hallengelände eintraf, wurde er dort von den Einsatzkräften bereits erwartet. Drei Männer wurden im Zuge des Einsatzes festgenommen. Dem 52-jährigen Fahrer des Lastwagens konnte jedoch keine Verbindung mit der Tat nachgewiesen werden. Seine Spedition war von den Schmugglern, wie zuvor mindestens einmal ein weiteres Unternehmen, ohne Wissen über die heiße Fracht angemietet worden, so der derzeitige Stand der Ermittlungen. Als Haupttäter verhaftet wurde ein einschlägig vorbestrafter 65-jähriger Deutscher. Der Mann aus dem nördlichen Kaiserstuhl hat – unter anderem wegen mehrfachen Mordes - bereits etliche langjährige Gefängnisstrafen verbüßt. Als Mittäter gilt ein polizeilich bislang unbekannter 32-Jähriger.

Stoff für mehr als 500.000 Joints

Obwohl bekannt war, dass die Drogen in Stahlträgern – Teilen eines auf der Ladefläche befindlichen Krans – versteckt worden waren, gestaltete sich die Bergung des Rauschgifts nicht leicht. "Wir wurden gegen neun Uhr alarmiert", erinnert sich Sven Konstanzer vom Technischen Hilfswerk Breisach an den Dienstagvormittag. Mit sechs Mann und etlichem teil schwerem Gerät rückte man den meterlangen Metallgebilden zu Leibe. Zunächst wurden Löcher in den fast einen Zentimeter dicken Stahl gebohrt, woraufhin Drogenspürhund "Cooper" den Verdacht der Ermittler bestätigte. Dann wurde mit einer Langkamera, die sonst zum Auffinden Verschütteter zum Einsatz kommt, in das Innere der Träger geschaut, diese schließlich mit einem Schneidbrenner geöffnet.

Insgesamt wurden 102 etwa 80 mal 55 Zentimeter große Plastiktüten darin gefunden, in denen wiederum jeweils vier kleinere Beutel verschweißt waren, die mit je 500 Gramm der THC-haltigen Droge gefüllt waren. Die 204 Kilo Marihuana haben einen Wert von zirka 750 000 Euro. Rund dreimal so hoch läge aber der Endabnehmerpreis für das Rauschgift, das etwa für eine halbe Million Joints ausreicht, so Zoll-Pressesprecherin Silke Jakobi.

Während sich die "metallenen Mehrwegverpackungen" bis auf weiteres auf dem Gelände des THW befinden, wurde das Rauschgift bereits ins Landeskriminalamt nach Karlsruhe verbracht, wo es näher untersucht wird. Weiter untersucht werden wird im Zuge der Ermittlungen auch, ob der Täterkreis noch größer ist und wo und wie die Drogen hätten verteilt werden sollen.

Pistole griffbereit

Auch die Frage, wie oft die Stahlträger bereits gefüllt nach Deutschland und leer wieder nach Spanien transportiert wurden, wird Gegenstand weiterer Nachforschungen sein. Da in der Lagerhalle zudem eine griffbereite Pistole samt 90 Schuss Munition gefunden wurde, die dem Haupttäter zugeordnet werden konnte, wird sich dieser wegen bewaffneten Drogenhandels verantworten und im Falle einer Verurteilung mit einer Haftstrafe von mindestens fünf Jahren rechnen müssen.

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