Erinnerungen aus der Schulsport-Hölle

Tamara Keller

Wir haben Fudder-Leserinnen und -Leser und die Redaktion gefragt, was sie im Sportunterricht erlebt haben. Erinnerungen, über die man mit einigen Jahren Abstand nur lachen kann.

  • "In der Grundschule habe ich mich nicht getraut, vom 3-Meter-Brett zu springen. Mein Sportlehrer war von der alten Schule und hat mich den Turm hoch gezwungen. Die ganze Klasse hat mich angefeuert - letztlich bin ich gesprungen und war auch stolz darauf, aber der Moment da oben, als alle mit angefeuert haben, war einfach furchtbar peinlich …" Dora
  • "Ich habe immer extra meine Sportsachen vergessen, um nicht mitmachen zu müssen. Irgendwann sollte ich dann aber Klamotten aus der Fundkiste ausleihen und anziehen. Das war echt eklig!" Lisa
  • Irgendwann in der Mittelstufe war Felgaufschwung am Reck angesagt. Darin habe ich selbst mit irgendwelche Hilfsaufbauten so grundlegend versagt, dass ich eine fünf kassiert habe. Es war der peinlichste Moment meiner Schulzeit. Danach wurde ich für einige Monate Mitglied in einem Turnverein, damit das am Barren nicht wieder passieren würde. Das hat geklappt - aber mir die Freude am Turnen grundlegend verdorben. Erst deutlich über 30 habe ich sie wiedergefunden. Caro
  • Ich musste Hürden laufen trotz Seitenstechen. Am nächsten Morgen wurde mir dann der Blinddarm entfernt. Anne-Catherine
  • " Ich besitze vollständigen Impfschutz gegen alles, was es gibt. Ich bin am Tag vor dem jährlichen Sportfest immer zum Arzt gegangen und habe gefragt: "Können Sie was empfehlen?" – Jeweils in der Hoffnung, dass der Arzt mir eine Knaller-Impfung spritzt und mir für 48 Stunden ein Attest gibt. Wegen der Nebenwirkungen.
    Das hat grundsätzlich nicht funktioniert. Meistens hieß es: "Heute Nachmittag nicht anstrengen. Morgen ist Sport schon wieder gar kein Problem." Ich wollte nicht lügen und wenn die Impfung wirklich nicht das kleinste Bisschen Aua oder Mattigkeit hergab, habe ich auch nicht das Sportfest geschwänzt.
    Jetzt kam Plan B ins Spiel. Bei der Auswahl der Disziplinen, die man beim Sportfest belegen will, habe ich grundsätzlich "Orientierungslauf" angekreuzt. Orientierungslauf ging zur selben Uhrzeit los wie das Sportfest auf dem Stadion, allerdings in einem Wäldchen oberhalb der Stadt. Also selbst wenn man auf dem kilometerweiten Weg vom Orientierungswald zum Stadion nicht bummelte oder sich abseilte, war man erst mal ewig am Stadtrand zugange und traf erst am späten Vormittag auf dem Stadion ein. Dann blieb kaum noch Zeit für die ganzen Ekelveranstaltungen wie Weitsprung, Sprint und Kugelstoßen.
    Orientierungslauf war cool. Allein durch den kühlen Wald stapfen statt in der brennenden Sonne auf dem Sandplatz malochen. In der Hand eine schlecht kopierte Karte, die einen zu den Orientierungspunkten führen sollte. Habe ich erwähnt, dass der Wald in jedem Jahr der selbe war? Ich habe mich Jahr für Jahr heillos verlaufen. Als alle anderen im Ziel waren und die Sportlehrer gern die Zelte abbrechen wollten, mussten sie typischerweise noch eine Suchmannschaft zusammenstellen. Bis auch Martin wieder aus dem Wald war, lohnte es sich eigentlich sowieso nicht mehr, noch zum Stadion zu wandern – für einen mickrigen Weitsprung in der brennenden Sonne." Martin
  • "Meine Lehrerin meinte bereits in der zweiten Klasse zu mir: "Kind, lass das mit dem Turnen sein! Bei deinem Purzelbaum denkt man, dass dir gleich der Kopf abbricht. Du hast sicher ein Problem mit deiner Wirbelsäule. Du rollst nie geradeaus – immer nur nach rechts." Bis heute kann ich keinen Purzelbaum. " Laura
  • Einmal nach den Bundesjugendspielen, lächelte mich meine Lehrerin bei der Urkundenübergabe an und sagte: "Dieses Mal hat Dir nur ein Punkt zur Siegerurkunde gefehlt." Das war für mich die schlimmste Teilnehmerurkunde von allen, die ich je bekommen habe. Auf meinem Nachhauseweg von der Schule habe ich durchgehend geheult. Tamara
  • Lehrer hatte immer so nen krassen autoritären Ton drauf, unsere Klasse wurde von ihm in 4 "Riegen" aufgeteilt, und wir mussten auf Befehl parieren. Ein machtgeiles Arschloch, der uns Gehorsamkeit und Disziplin eintrichtern wollte und uns so ein Gefühl von Bundeswehr gegeben hat. Sebastian
  • Ich habe mich bei der rhythmischen Gymnastik mit dem Band zu Klaviermusik übelst verheddert. Meine Freundin erzählt mir heute noch gerne davon und lacht sich schlapp, obwohl über 30 Jahre vergangen sind. Kristin
  • Ich hab mir beim Basketball den kleinen Finger gebrochen (heute noch schief) und der einzige Kommentar meiner Lehrerin damals war "Ha, da kann ich jetzt au nix mache!" Der Finger war blau und dick und ich musste weiter spielen bis es gar nicht mehr ging. Auch "schön": Coooper Test bei 35°C auf der Aschenbahn ohne jeden Schatten. Laura H.
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