Epo gut, El.pi gut, alles gut

Thomas

Überrascht waren alle, die am Sonntag Abend zum Epo-555-Konzert den Weg ins El.pi gefunden hatten. Die sonst doch etwas verrauchte und verranzte Studentenkneipe war nicht wiederzuerkennen... Im hinteren Eck, da wo normalerweise getrunken, getratscht und rumgetorkelt wird, war eine Bühne aufgebaut. Die Wände um die Bühne herum waren in goldenene Alufolie eingepackt und wurden von einem Scheinwerfer angestrahlt. Und der Rest des El.pis leuchtete eingehüllt in roten Stoff.Das El.pi hätte mit seiner gelungenen Deko bei jedem, der den Laden nicht kennt, den Eindruck hinterlassen können, dass er sich in einem schicken, etablierten Konzertlokal befände, in dem jedes Wochenende Konzerte dieser Art stattfänden. Und dieser Eindruck wurde durch die gute Anlage verstärkt, die den Raum mit glasklarem Sound beschallte. Insgesamt wurde den vier Dänen von Epo-555 eine mehr als würdige Atmosphäre für ihren zweiten Auftritt in Freiburg geboten.

Epo-555 , die letzten Oktober schon einmal Freiburg mit ihrem ausgefeilten und äußerst innovativen Indie-Pop im KTS beehrten, standen nun abermals auf der Bühne. Diesmal im Gepäck dabei: ihr neues Album "Mafia".Schon ab den ersten Takten der Band war es um das Publikum geschehen: wunderbar eingehend waren die Songs, wunderbar passend die fragile, aber melodiöse Stimme von Sänger und Gitarrist Mikkel Hansen, wunderbar sanft die Stimme seiner Frau Camilla Florentz, die Keyboards und Sequencer bediente. Der Einsatz von Ebbe Frejs Schlagzeug und Hans Emils Bass waren angenehm reduziert, jedoch keineswegs weniger spektakulär. Die vier erspielten eine Musiklandschaft aus subtilen Samples, durchdachten Synthie- und Drumcomputer-Elementen, reduziertem, aber ausgeklügeltem Drumming und Bassläufen, die einem direkt ins Herz ging. Eingerahmt wurde all das durch die vielseitige Spielweise von Mikkel Hansen, der seine Riffs mal süss zerlegt gestaltete, mal verzerrt à la Sonic Youth shreddete.Die Perfektion des eingängingen Sounds von Epo-555 liegt jedoch in Arrangement und Songwriting: Jeder Song, ja sogar jedes Riff bot eine Überraschung und jedes Instrument wurde trotz oftmals bescheidener Spielweise genau so eingesetzt, wie es gebraucht wurde.

Das Tüpfelchen auf dem 'i' war allerdings ganz klar der Charme der Band. Denn man sieht den vier Dänen an, dass sie auf der Bühne stehen, weil sie es lieben, Musik zu machen; Da ist Nichts gekünstelt. Mikkel Hansens Ansprachen zwischen den Songs waren mehr als erheiternd, vor allem als eine Meldung von der Polizei ins El.pi schwappte, die Band sei zu laut und man müsse Rücksicht auf die Anwohner nehmen. Hansen erklärte das gesamte Publikum für kriminell und beschloss einfach weiterzumachen. Passend für eine Band, deren aktuelles Album 'Mafia' heisst.Selten hat mich eine Band durch ihre Live-Qualitäten und ihre nette, ungezwungene Art so in ihren Bann gezogen. Selten stand ich mehr als eine Stunde mit Gänsehaut vor einer Band und konnte das nächste Gitarren-Riff, den nächsten Song kaum erwarten. Und sonderbar: Noch nie fand ich das El.pi so toll!

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