Ente gut, alles gut

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass in einem Hotel in Memphis, Tennessee zweimal an einem Tag ein Fahrstuhl für Enten reserviert ist? Diese Tradition begann in den 1930er Jahren, als der damalige Hotelmanager mit einem Freund den Frust über einen missglückten Jagdausflug in feinem Tennessee-Whiskey ertränkten und auf eine wahre Schnapsidee kamen.

Nur zum Spaß setzten die beiden ein paar lebende Enten, die sie noch als Köder dabei hatten, im Brunnen in der Lobby des Peabody Hotels aus. Als die Hotelgäste am folgenden Tag die Tiere sahen, fanden sie diese Idee, Leben in die Lobby zu bringen, sehr amüsant.


Das bekam auch der Hotelmanager mit, der die drei Köderenten nach kurzer Zeit durch fünf amerikanische Stockenten ersetzte, die etwas schöner aussehen. Und er schuf einen neuen Arbeitsplatz in dem Hotel: Er stellte einen ehemaligen Zirkusdompteur als Duckmaster an. Dieser lehrte die Enten den inzwischen legendären Peabody-Entenmarsch.

Die Tiere müssen, um von ihrem Stall auf dem Dach des Hotels in die Lobby und wieder zurück zu kommen, den Fahrstuhl benutzen. Dazu wird ihnen sogar ein roter Teppich ausgerollt, über den jeden Morgen um Elf und jeden Nachmittag um Fünf die Enten ihren Weg zum Brunnen und wieder zurück unter reger Anteilnahme des Publikums bestreiten. Dazu wird ein Marsch des Komponisten John Philip Sousa eingespielt, der auch für die Titelmusik des Monty Python Flying Circus und für die zweite amerikanische Nationalhymne "Stars and Stripes forever" verantwortlich zeichnet.