Energetika: Ein Browsergame rund um erneuerbare Energien

Melanie Volk

Die Technik muss einen Weg finden, erneuerbare Energien effizienter zu nutzen. Die Politik muss in Forschung und Entwicklung investieren. Diese Ansichten teilt heute fast jeder. Wie schwer der Schritt in eine umweltfreundliche Zukunft tatsächlich aber ist, kann man beim Simulations-Spiel "Energetika" ausprobieren. In der vergangenen Woche wurde das Spiel mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet.



Sofortiger Atomausstieg, Reduzieren des CO2-Ausstoßes, Investieren in erneuerbare Energien - leichter gesagt, als getan. Dass auf dem Weg in eine Zukunft der sauberen Energie zahlreiche Stolpersteine liegen, vermittelt das Browsergame Energetika auf spielerische Art und Weise. In der vergangenen Woche wurde Energetika mit dem Deutschen Computerspielpreis 2011 in der Kategorie "Bestes Serious Game" ausgezeichnet. Der Preis wird vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU), dem Bundesverband der Entwickler von Computerspielen(G.A.M.E.) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann gemeinsam vergeben. Was aber ist  ein "Serious Game"? Darunter fallen alle Spiele, die in erster Linie nicht der Unterhaltung sondern der Aus- und Weiterbildung dienen. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Ganz im Gegenteil stellt Energetika die Konzentration und Strategie des Spielers ganz schön auf die Probe.


In einem fiktiven Zukunftsstaat muss sich der Spieler zahlreichen Herausforderungen stellen: Neben dem Bau von Kraftwerken  muss man sich auch der Forschung und Entwicklung neuer Technologien widmen und diese durch Kampagnen der Bevölkerung Energetikas verständlich machen. Während die Uhr tickt und die Monate im Zeitfenster verstreichen, muss man auf einen sozial und ökonomisch nachhaltigen Energiemix achten und darf dabei natürlich auch die Finanzen nicht aus den Augen verlieren. Gar nicht so einfach.

Ratschläge und Sorgen von Bürgern und Experten müssen in die Entscheidungen einbezogen  und die langfristigen Folgen des eigenen Handelns berücksichtigt werden. Auch wenn das Spiel am Anfang mit Ausdrücken wie "Geothermie-Kraftwerk" oder "CO2-Abschneider" abschrecken mag, kann man recht schnell Spaß daran finden. Die Anleitung zu Beginn des Spiels ist eher dürftig. Deshalb gilt: Learning by doing. Also einfach mal alle Buttons anklicken und schauen, was passiert. Ganz wichtig: Immer erst neue Kraftwerke bauen, bevor man die maroden alten abreißt, sonst geht's mit der Energieversorgung schnell den Bach runter.

Spielergebnisse können gespeichert und mit anderen verglichen werden. Wer dazu keine Lust hat, spielt einfach als Gast. Schade ist, dass man bei einem Game Over nicht erfährt, was man verkehrt gemacht hat. Das Spiel ist nicht nur den Computerfreaks und den Umweltaktivisten unter uns zu empfehlen, sondern kann durchaus auch den Normalos und selbst den Computer-Spielabgeneigten Spaß machen. Auch für den Schulunterricht ist es nach Herstellerangaben geeignet.