Eisvögel siegen nach Verlängerung

Dirk Philippi

Die Basketballerinnen der USC Eisvögel stehen im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Mit 85:75 besiegten sie vor 800 Zuschauern in der Unihalle die BG 74 Göttingen nach Verlängerung in einem zerfahrenen, aber höchst dramatischen Playoff-Spiel.



Die Eisvögel schaffen es immer wieder ihre Fans zu begeistern. Und wenn es – wie heute in Spiel 2 des Viertelfinales – einmal nicht mit ansehnlichem Kombinations-Basketball klappt, dann eben durch einen ungeheuren Kampfgeist und Siegeswillen.


Nach einer knappen 42:40-Halbzeitführung lagen die Spielerinnen von Coach Harald Janson vor dem Schlussviertel mit 54:58 zurück und was folgte, war nichts für Schöngeister und Basketball-Ästheten.

Schon zuvor versemmelten beide Teams beste Wurfgelegenheiten, verloren Bälle und verbissen sich in der gegnerischen Verteidigung. Es war an der Zeit einen Kraftakt zu vollbringen und die Eisvögel schienen gerüstet, den Flow zu erzwingen.

Die Zonen-Verteidigung, auf die Janson umgestellt hatte, funktionierte in der aggressiveren Variante besser, der verstärkte Zug zum Korb provozierte Fouls und die Freiwürfe saßen. Feldkörbe waren Mangelware. Rund 70 Sekunden vor Ultimo führten die Freiburgerinnen mit 7 Punkten (69:62), als die Göttingerinnen mit einem umstrittenen Dreier, bei dem die Schützin auf der Distanzlinie zu stehen schien, zur Aufholjagd ansetzten.

In den letzten Sekunden der regulären Spielzeit dann lagen nackte Nerven blank vor der bibbernden Tribüne, auf der sich die Fans vermehrt vor Schreck die Hände vor die Augen hielten. Ein Fehlpass folgte dem nächsten, ein Ballverlust einem weiteren und so konnten die violetten „Veilchen“ aus Niedersachsen mit dem letzten Angriff zum 69:69 ausgleichen.

Beinahe 60 (!) Ballverluste stehen am Ende insgesamt für beide Mannschaften zu Buche und sie sind der Beleg dafür, wie sehr die Nervosität diesen spannenden und engen Fight um den Einzug ins Halbfinale prägte. Und so ist letztlich auch der 85:75-Sieg der Eisvögel die Folge daraus, dass sie es waren, die diese Nervosität in der Verlängerung endlich in den Griff bekamen – spät, aber nicht zu spät.



Der Rest war Freude pur. Harald Janson tanzte an der Seitenlinie, die Spielerinnen fielen sich in die Arme und die Zuschauer spendeten ob des immensen Willens und der Kampfbereitschaft lauten und lang anhaltenden Beifall.

Das Heimspiel der Halbfinalserie findet am Freitag, den 25. April, um 20.30 Uhr in der Unihalle statt. Gegner wird der Viertelfinalsieger aus der Begegnung zwischen München und den Favoritinnen aus Wasserburg sein.

Statistik: Spiel-Scouting