Dreisam-Anbaden 2017

Eiskaltes Dreisam-Badevergnügen für knallharte Studierende

Bettina Gröber

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein – bestes Badewetter! Rund 50 Studierende waren am Freitag beim "Anbaden" in der Dreisam dabei – im null Grad kalten Wasser.

Das Anbaden fand zum fünften Mal statt: "Es sind mit jedem Jahr mehr Leute geworden", freute sich Robert Leichter, einer der Initiatoren der Aktion, bei der Studierende des Sportinstituts mitmachten (Fotos: Anbaden in der Dreisam 2017).


Zwei Kamerateams waren auch vor Ort, ebenso weitere Reporter mit Mikrofonen und Fotoapparaten.

Natürlich warf sich Robert Leichter auch ins eiskalte Wasser. Beim derzeitigen Niedrigstand der Dreisam ist das schon ein kleines Kunststück. Flachlegen hieß es für alle, die den ganzen Körper in Kälte baden wollten.

Angefangen habe alles – wie so oft bei derartigen Ideen – als "Gag", so der 25-jährige Sportstudent im Rückblick. Mit seinen Kommilitonen Peter Zahn (28) und Björn Schöneich (25) hat Leichter das Anbaden von der Premiere an organisiert. Inzwischen hat sich ein richtiges Ritual entwickelt.



Los ging’s mit einem Warm-up: Zur Filmmusik von "Rocky" liefen die Anbaderinnen und Anbader auf der Stelle, machten Liegestützen, dehnten und streckten sich. Die einen hatten da noch einiges an Klamotten an – manche waren da schon nur noch mit Badeshorts oder Bikini bekleidet.

"So kalt und gefroren war’s noch nie." Teilnehmerin Sarah Hinz
Nach einer kleinen Polonaise wurde es ernst: Unter dem Jubel und Applaus der am Ufer Zurückgebliebenen rannten alle durch den Schnee zum Fluss. Und während der eine eher vorsichtig ins mit Eisschollen durchsetzte Wasser stieg, kannten andere keine Skrupel und legten sich gleich komplett rein. Auch hinterher gab es Unterschiede: Den einen zog es gleich ins Warme, andere machten nur ein kurzes Päuschen oder stapften noch eine Weile barfuß im Schnee herum.

"So kalt und gefroren war’s noch nie", meinte Sarah Hinz, als sie wieder ans Ufer kam. Im Kalten gebadet habe sie schon öfter, "und es ist einfach geil". Besonders hinterher: "Dann fühlt man sich megafrisch." Es sei wohl einfach der "Gruppeneffekt", der einen zum Mitmachen animiere, mutmaßte die 23-jährige Lehramtsstudentin. Und die Sportstudenten seien wohl auch "besonders offen" für derlei Aktionen.

Sarah Hinz beließ es auch nicht beim einmaligen Baden, sondern drehte – bis zum Hals im Wasser – sogar noch eine Ehrenrunde. Danach ging’s ab in den Badewagen: Dieser beherbergte eine mobile Sauna, die in diesem Jahr erstmals vom Waldkurbad am Möslepark an die Dreisam gefahren worden war. "Das hat jetzt schon fast finnisches Flair hier", urteilte Sarah Hinz. In der Tat wurde die Sauna rege genutzt, sei es zum Aufwärmen nach dem Bad, sei es zum Aufheizen vorab.

Schaulustige gaben "seelischen Beistand"

Vom Dreisamufer aus beobachtete Moira Thimm das Geschehen. "Für mich wäre das absolut nichts – aber mein Freund wollte unbedingt dabei sein", erzählte die 29-jährige selbstständige Grafikerin aus Titisee-Neustadt. "Ich leiste ihm jetzt quasi seelischen Beistand", lachte Moria Thimm, "und ich halte das Ganze mit der Kamera fest, sonst glaubt uns das nämlich keiner." Für ihren Freund Lukas Dannhardt (30) war das Anbaden ein erster Schritt, um gute Vorsätze im neuen Jahr zu verwirklichen: "Ich habe mir vorgenommen, jeden Monat in einem Naturgewässer zu baden, da hat der Termin heute an der Dreisam gut gepasst." Für ihn sei das Kaltbaden eine Premiere. Gemeistert hat er diese gut: "Natürlich war’s ein bisschen frisch, und das Schlimmste sind jetzt die eisigen Füße", sagte er direkt nach dem Kurzaufenthalt in der Dreisam, "aber es hat Spaß gemacht."

Das gute Gruppengefühl sei für ihn einer der Gründe, die den Reiz des Anbadens ausmachten, so Robert Leichter. Außerdem sei es schön, mit der Aktion über den eigenen Schatten zu springen. Gesundheitliche Risiken nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kauf: "Da werden hinterher bestimmt einige krank", vermutete Leichter. Die Sauna dürfte die unangenehmen Folgen des Badens gemildert haben. Außerdem wurden alle, die mitgemacht hatten, nach dem Anbaden mit heißer Suppe und Tee versorgt. Ansonsten, so Robert Leichter, bleibe nur noch eines: "Man muss sich auf die eigenen Abwehrkräfte verlassen."

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