Einzelspieler-Kritik: So spielten die Freiburger gegen Braunschweig

Marius Buhl

Nur ein 2:2, Tabellenführung verspielt: Der SC Freiburg schaffte es gegen Eintracht Braunschweig nicht, ein gutes Spiel in das richtige Ergebnis umzuwandeln - und verlor dadurch die Tabellenführung an RB Leipzig. Wir haben uns die einzelnen Spieler genau angeschaut - und Schulnoten verteilt:



Alexander Schwolow

Hatte bis zur 18 Minute Zeit, einen etwaigen Halloween-Kater auszukurieren. Braunschweig kam bis dahin schlicht nicht vors Tor. Bekam dann einen Freistoß ans Lattenkreuz genagelt und war in der Folge hellwach. Vereitelte in der Braunschweiger Druckphase Mitte der ersten Halbzeit zuerst gegen Matuschyk und dann gegen Khelifi. In der zweiten Halbzeit hatte Schwolow dann zwei Mal Pech: Bekam erst ein Eigentor von Mujdza in den Giebel geknallt und flog dann im Stile eines Playstation-Torwarts dem Schlenzer von Khelifi hinterher - vergeblich. Der Ball schlug im langen Eck ein, Schwolow war chancenlos.

Spielnote: 2-3

Christian Günter

Ihn hatten die Braunschweiger wohl als Freiburger Schwachstelle eingeschätzt - was zutraf. War in der ersten Halbzeit oft überfordert gegen den dynamischen Khelifi, fast alle Angriffe starteten die Niedersachsen über seine rechte Seite. Nach vorne rannte Günter oft in seinem unnachahmlichen Galopp, gebracht hat es kaum etwas. Heute ein glückloser Arbeiter im Weinberg des Streich.

Spielnote: 4

Immanuel Höhn

Inzwischen ein eingespieltes Duo mit seinem Nebenmann Marc-Oliver Kempf. Versuchte zu Beginn ein, zwei mal den Boateng - seine langen Bälle kamen aber nicht so präzise wie die des bajuwarischen Beton-Kaisers. Hatte in der zweiten Halbzeit die Riesenchance zum Siegtor, ist aber halt kein Petersen. Boateng hätte den aber auch nicht gemacht.

Spielnote: 2-3

Marc-Oliver Kempf

Fiel im nebligen Schwarzwald-Stadion vor allem durch eines auf: Fehlpässe. Gleich drei dieser Art leistete sich Kempf im Aufbauspiel, verlor zudem ein Mal als letzter Mann den ball, als das ganze Stadion ihm zubrüllte, er solle doch den Ball abspielen. Er tat es nicht, Schwolow rettete. Heute schwächster Freiburger.

Spielnote: 4-5

Mensur Mujdza

Begann unauffällig, weil bei Braunschweig alles über rechts ging. Wurde dann stärker, tunnelte frech einen Braunschweiger im Aufbauspiel und hatte seine große Szene in der 38. Minute. Nahm einen Diagonalball schön mit und flankte perfekt auf Petersen, der zum 2:0 traf. Bewies in der 43. Minute Stürmerqualitäten als er eine Braunschweiger Flanke traumhaft im Tor versenkte - allerdings in dem seines eigenen Torwarts Schwolow. Wurde direkt danach ausgewechselt, Hufnagel kam für ihn.

Spielnote: 3-4

Amir Abrashi

Der Grund, warum Freiburg zu Beginn des Spiels wie ausgewechselt wirkte nach der Pokalpleite gegen Augsburg. Rannte, kämpfte, grätschte, foulte einmal klug und stopfte die großen Löcher, die es den Augsburgern am Mittwoch so leicht gemacht hatte, gegen Freiburg zu treffen. Hatte Pech, als er kurz nach der Halbzeit den Ball am eigenen Strafraum zu Khelifi spitzelte, der mit einem genialen Schlenzer zum Ausgleich traf. Tat danach wieder was er immer tat: rennen.

Spielnote: 2-3

Nicolas Höfler



Der Sergio Busquets des Sport-Clubs. Hatte heute wieder Abrashi neben sich, was auch seinem Spiel gut Tat, die Rollen sind so klarer verteilt: Abrashi rennt, Höfler dirigiert. Grätschte einmal böse gegen einen Braunschweiger und sah gelb. Gewohnt stark in der Ballbehauptung, manchmal aber etwas zu behäbig, gerade als es am Ende darauf ankam, irgendwie noch ein Tor zu schießen. Busquets ist das aber auch manchmal.

Spielnote: 3

Mike Frantz

Verlebte ein sehr unauffäliges Spiel. Man kann sich im Nachhinein an kaum eine Frantz-Aktion erinnern. War er überhaupt auf dem Feld? Ach ja, wechselte nach rechts hinten als Mujdza vom Platz ging. Hufnagel kam für ihn - und war deutlich lebendiger.

Spielnote 4

Vincenzo Grifo



Fiel schon beim Warmschießen mit einem Traumtor auf. Auch im Spiel war es eine Freude, Grifo zuzusehen. Tanzte mit den Braunschweigern, kombinierte mit Günter auf rechts und versenkte in der 14. Minute den x-ten Freistoß dieses Jahres, auch wenn dieser abgefälscht war. Hatte danach noch zwei weitere Freistöße - die zwar schön geschossen, aber noch schöner gehalten wurden. Fiel danach noch mit einem genialen Heberschlenzer auf, der aber am Außennetz hängen blieb. Wirkte am Ende etwas beleidigt ob der Niederlage.

Spielnote: 1-2

Maximilian Philipp

Sieht ja immer ein bisschen aus wie ein japanischer Yu-Gi-Oh-Kämpfer. Ist auch genauso trickreich und agil, leider konnte er heute seine Superkräfte nicht anwenden, was an den Braunschweigern lag. Ab Minute eins traten diese auf Philipp ein, stichelten, bedrängten ihn. Hätte zu Beginn des Spiel einen Elfmeter bekommen können, bekam ihn (wie in letzter Zeit häufiger) nicht. Blieb dann lange liegen, humpelte - und spielte locker weiter. Sollte sich in Mucki Muto umbenennen lassen.

Spielnote: 2-3


Nils Petersen



Spielte im Stile Didier Drogbas. Will sagen: Nahm in Durchgang 1 fast jeden Ball mit dem Kopf, legte ab, klärte hinten - und traf, natürlich ebenfalls mit dem Kopf, nach wunderbarer Flanke von Mujdza. Es war Petersens 11. Ligator. Und danach? Köpfte er wieder, nur nicht mehr aufs Tor. Blieb am Ende besonders lang bei den Fans und klatschte. Hat seine Position als Publikumsliebling damit verteidigt, die als Topscorer der Liga natürlich auch.

Spielnote: 2


Lucas Hufnagel

Kam für Mujdza, spielte aber auf Frantz' Position. Wirbelte, aber nicht zielstrebig. Holte auf Rechtsaußen einen Freistoß raus, sonst war da nicht viel.

Spielnote: 3

Karim Guede

Kam für Philipp und wie immer wenn Guédé kommt, ging auch dieses Mal ein Raunen durchs Rund. Weckte die Hoffnung auf einen brachialen Siegtreffer, fiel in der Folge aber nur durch Kopfballduelle auf - von denen er zu viele verlor. Das war nix.

Spielnote: 3



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[Fotos: dpa picture alliance]