Eine wirklich verborgene Theke: Das Tibet Kailash Gartencafé

Dorothea Winter

Tibetische Gebetsfahnen, farbenfrohe Blumensträucher und ein vom Dalai Lama persönlich geweihter Stupa. Das alles gibt es im wohl verstecktesten und entspanntesten Café der Stadt: Dem Gartencafé Tibet Kailash in der Wallstraße.

Das Konzept

Das Tibet Kailash Gartencafé ist kein gewöhnliches Café. Hier geht es nicht um kommerziellen Gewinn. Es ist ein Ort der Begegnung, Ruhe und Entspannung. Und das Konzept geht auf: Kaum durchquert man den verwachsenen Torbogen zum Hinterhof-Café, fällt der Alltagstress ab. Vor allem wegen der ruhigen Klavierklänge, dem frischen Ingwer-Tee und der fast schon kitschig verwachsenen und weitläufigen Gartenanlagen.

Die Betreiber

Der ehemalige Biologielehrer und inzwischen "Spiritus Rector" des tibetischen Kultur- und Therapiezentrums, Wilfried Pfeffers, legte 2005 den großen Garten mit den übereinanderliegenden Terrassen und verwinkelten Nischen nach und nach selbst an. Das dauerte insgesamt zwölf Jahre. Währenddessen stand die grüne Oase mitten in der Innenstadt Besuchern jederzeit zum Verweilen und Ausruhen zur Verfügung.

Doch erst seit Juni 2018 hat das Gartencafé offiziell geöffnet. Bis Oktober werden die grünen Tore des Cafés den Besucherinnen und Besuchern Einlass gewähren, bevor das Gartencafé bis kommenden Sommer in die Winterpause geht.

Betrieben wird das Café von zwei tibetischen Flüchtlingen. Einer der beiden ist Tensing Lekshey. Er kam 2016 nach Deutschland und sieht das Café als Ort des Zusammenseins und gleichzeitig als Ort des Ganz-für-sich-Seins. Man kann sich mit Freunden treffen oder der Familie, aber auch alleine herkommen, sich ein Buch am öffentlichen Bücherschrank im Garten ausleihen oder seinen Gedanken nachhängen.

Die Crowd

"Im Gartencafé ist jeder willkommen. Es gibt keine bestimmte Art von Besuchern, die herkommen", sagt Tensing. Besonders bei älteren Menschen ist das Café beliebt, weil es ruhig und leicht zugänglich ist. Aber auch viele Kursteilnehmer des Tibet Kailash Hauses und Freundesgruppen kommen auf einen Tee vorbei. Allen gleich: Die entspannte Grundeinstellung und die freundliche Atmosphäre dem, vielleicht auch fremden, Gegenüber.

Tipp: Bestens geeignet für alle gestressten Studenten in der Klausurenphase. Leckere Konzentrations-Booster zum Trinken, absolute Ruhe und doch keine Einsamkeit.

Das Ambiente

Die Bepflanzung des Gartens ist atemberaubend. Während der Rest Freiburgs durch die anhaltende Dürre in farblosem Braun und von vertrockneten Blättern bedeckt ist, leuchtet das Gartencafé in sattem Grün. Englische Rosen, Kirschen, Pfirsiche, Mimosenbäume und eine riesige Rasenfläche schaffen eine unvergleichbare Oasen-Atmosphäre.

Die Besonderheit: Auf der obersten Terrasse steht in prominenter Lage ein Stupa, ein buddhistisches Bauwerk, das Buddha selbst und seine Lehre symbolisiert. Dieses wurde 2007 vom Dalai Lama höchstpersönlich geweiht.

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Die Speise- und Getränkekarte

Die Auswahl an Gebäck und Getränken ist klein, aber fein. Alles ist hausgemacht und soll nicht nur Balsam für die Seele, sondern auch physisch gesundheitsfördernd sein. Das Sortiment wechselt täglich. So gibt es zum Beispiel spritzige Mango-Lassi für 2,50 Euro, hausgemachte Zitronen-Ingwer Limo für 2 Euro, Kaffee für 2,50 Euro und Tee für 1,50 Euro. Die Preise sind moderat und decken überwiegend gerade die laufenden Kosten. Gewinne werden komplett gespendet.

Das Tibet Kailash Haus

Das Tibet Kailash Haus versteht sich als Gesundheitshaus und ist auf die ganzheitliche traditionelle tibetische Medizin ausgerichtet. Täglich werden diverse Meditations- und Yogagruppen angeboten. Sowie Vorträge und Veranstaltungen zu buddhistischen und gesundheitlichen Themen und Öffentlichkeitsarbeit zu Themen der politisch-kulturellen Situation in Tibet.


Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 11 – 18 Uhr

Adresse: Wallstraße 8, Freiburg

Telefon: 0761/66814

Website: Tibet Kailash Haus


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