Junge Uni

Eine Vorlesung an der Uni Freiburg behandelt die Frage, wie Künstliche Intelligenz den Alltag verändert

Fabian Vögtle

In der dritten Vorlesung der Reihe "Junge Uni" geht es um das Thema Künstliche Intelligenz. Wo diese schon heute eine wichtige Rolle spielt, erklärt Referent Bernhard Nebel im Interview.

Erstmals gibt es im laufenden Sommersemester mit der "Jungen Uni" eine Reihe speziell für Schülerinnen und Schüler. Mit verschiedenen Themen sollen die 14 bis 18-Jährigen schon mal an die Wissenschaft herangeführt werden. Bei der dritten Vorlesung steht am Freitag das Thema Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus. Fabian Vögtle befragte dazu Bernhard Nebel, Professor am Institut für Informatik an der Universität Freiburg.


BZ: Wofür steht denn Künstliche Intelligenz und seit wann gibt es sie?
Nebel: Die Idee der KI ist, dass man die Möglichkeiten, die wir Menschen haben, um Probleme zu lösen, auf Computern implementiert. Das passiert seit den 1950er-Jahren, die Computer konnten zum Beispiel recht schnell Schach spielen. Allerdings wurden die Fähigkeiten der Geräte damals maßlos überschätzt. Es hat noch einige Jahrzehnte bis zum richtigen Durchbruch der KI gebraucht.

BZ: Wo spielt KI heutzutage eine gewichtige Rolle und wo erwarten Sie den nächsten Durchbruch?
Nebel: In den letzten Jahren sind das Pokerspiel und andere Gesellschaftsspielen weit fortgeschritten und auf dem Gebiet des maschinellen Lernens haben wir große Fortschritte gemacht. Inzwischen hat die KI auch endgültig den Einzug ins Wohnzimmer geschafft. Viele Menschen benutzen die Programme Alexa und Siri. Diese Sprachassistenten, denen man auch Befehle geben kann, die sie verstehen und umsetzen, gehören mittlerweile einfach dazu. Das funktioniert oft schon sehr zuverlässig. Ein Kollege testet KI gerade auch beim Simultan-Übersetzen und wir arbeiten an flexiblen Robotersteuerungen. Da gibt es auf jeden Fall noch viel Potenzial.



BZ:
Roboter, die den Haushalt und den Job übernehmen; für viele Menschen ist das auch eine gruselige Vorstellung.
Nebel: Wir stehen noch vor großen Herausforderungen, die natürlich auch mit Sorgen verbunden sind. Aber dank der KI erweitern sich unsere Handlungsspielräume auf vielen Ebenen. Wir wollen ja Ziele erreichen und nicht in Sackgassen landen. Und überall muss man ja nicht mitmachen. Ich achte zum Beispiel darauf, dass ich nicht ständig meine Daten unkontrolliert weitergebe, sondern gehe damit achtsam um.
Künstliche Intelligenz. Lösen und Lernen, "Junge Universität" mit Bernhard Nebel, Freitag, 17. Mai, 16-18 Uhr, HS 1010; KG I. Einige kostenlose Restplätze für Interessierte sind vorhanden.