Gründung

Eine junge Freiburgerin stellt unter dem Namen "Scilla" Ledertaschen in Handarbeit her

Gina Kutkat

Sie liebt es, mit Leder zu arbeiten: Unter dem Namen "Scilla" designt die 35-jährige Freiburgerin Magdalena Wolf Handtaschen und Accessoires. Im August hat sie sich mit ihrem Label selbstständig gemacht.

Sie hat schon immer nebenher genäht. Egal, was sie gerade gemacht oder wo sie gerade gearbeitet hat: Magdalena Wolf steckt die Kreativität im Blut. Jetzt hat sich die 35-jährige Freiburgerin selbstständig gemacht. Unter dem Namen "Scilla" designt sie Taschen und Accessoires aus Leder. "Ich muss das jetzt ausprobieren", sagt Magdalena Wolf über den Schritt in die Selbstständigkeit. In ihrem Atelier in der Hildastraße, das sie sich mit der freien Fotografin Silvia Wolf teilt, stapeln sich Lederreste, aus denen später einmal Taschenmodelle wie Bucketbags, Bumbags, Geldbeutel und Gürtel werden.


Der Weg zur Gründung von "Scilla" beginnt mit einem Faible für Leder. Magdalena Wolf, die in Manchester Fashion Marketing studierte, war lange selbst ihre beste Kundin. "Ich habe viele Taschen und Geldbeutel für mich designt und genäht", sagt sie. Um ihr Handwerk zu perfektionieren, absolvierte sie Praktika bei verschiedenen Täschnern in Freiburg und fertigte für Freunde kleine Auftragsarbeiten an. Bei der Taschenlederfirma "Etwasbags" in Vermont lernte sie 2015 dann, wie man Leder mit der Hand näht und das Material so verarbeitet, dass langlebige Produkte entstehen. Als dann ihr Marketing-Job bei einer Firma im Schwarzwald endete, entschloss sie sich, alles auf eine Karte zu setzen – und launchte "Scilla".

Die Taschen tragen ihre Spitznamen

Von der Auswahl des Materials über das Design bis hin zur Handfertigung: Magdalena steht zu hundert Prozent hinter ihren Produkten – im wörtlichen Sinne. Deswegen heißen ihre Taschen auch wie sie: "Mäggi" oder "Lena". Der Firmenname "Scilla" stammt von ihrem Patenonkel, der sie schon als kleines Kind so nannte, als sie ihm ein Gedicht über die Blume Scilla – auch Blaustern genannt – aufsagte. "Dass meine Persönlichkeit in den Produkten steckt, ist mir wichtig", sagt Magdalena. Ihre Taschen beschreibt sie als elegantes Accessoire für selbstbewusste Frauen, die einen Wert auf Nachhaltigkeit legen, so wie sie selbst. Sie kauft Lederreste auf oder bestellt bei Familienunternehmen ihres Vertrauens, die ihr das Leder für ihre Bedürfnisse zuschneiden. Für ihre Produkte verwendet sie ausschließlich naturgegerbtes Leder.

Wie man eine Marke in Szene setzt und ein Geschäft aufbaut, hat die 35-Jährige schon während ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bei Escada in München gelernt. Jetzt wendet sie das Know-How für ihre Website, den Instagram-Auftritt und ihren Etsy-Shop an. Zehn bis 15 verschiedene Produkte verkauft sie dort aktuell – vom Ledergürtel bis zur Crossbody-Bag. Das Sortiment soll in Zukunft noch wachsen, auch Produkte für Männer sind in Planung. Mit dem schlichten Design und dem hochwertigen Material haben die Produkte das Potential zum Klassiker, das die Kundinnen allerdings auch etwas kostet: 100 bis 350 Euro zahlt man für eine Scilla-Tasche, in der mindestens fünf Stunden Arbeit stecken: Magdalena näht nicht nur, sie locht, färbt, steckt zusammen und wachst.

Den Schritt in die Selbstständigkeit hat die Freiburger Designerin noch keinen Tag bereut. "Wenn man etwas verändern will, passiert plötzlich ganz viel", sagt sie. So erzählte sie Maria Schorn von der Kleiderei im Stühlinger von ihren Taschen und seitdem gibt es diese dort zu kaufen. Ansonsten ist Magdalena in Zukunft viel auf Messen und Märkten unterwegs – und arbeitet an neuen Ideen.
Mehr zum Thema: