Soziale Medien

Eine Instagram-Seite zeigt Bilder von Frauen, bevor sie Mütter wurden

Anika Maldacker

Auf Instagram rief eine amerikanische Autorin Töchter auf, Fotos von ihren Müttern einzusenden, bevor sie Mütter wurden. Dabei entstand eine eindrucksvolle Sammlung Frauenporträts.

Die Fotos sind körnig, verblichen oder schwarzweiß, und doch erzählen sie ganze Geschichten von Frauen bevor sie Mütter wurden. Auf dem Instagram-Account Mothersbefore sammelt die amerikanische Schriftstellerin Edan Lepucki Fotografien von Frauen, bevor sie Mütter wurden. Der Clou: Die Bilder schicken die Töchter an die Autorin, inklusive einiger persönlicher Zeilen zu ihrer Mutter.


Wie dieses Bild, das Julias Mutter Anne zeigt, die als Kriegsreporterin arbeitet. Julia beschreibt, wie ihre Mutter aussieht, als ob sie der gewöhnlichsten Beschäftigung auf der Welt nachgeht.



Die Idee zu dem Projekt kam der amerikanischen Schriftstellerin Edan Lepucki, als sie an ihrem neuen Buch "Woman No. 17" arbeitete. "Eine der Figuren aus der Erzählung fragt Menschen nach Fotos ihrer Mütter, bevor sie Mutter wurden. Also beschloss ich, das nachzuahmen", erklärt die Amerikanerin in einer Mail an die BZ. Über soziale Netzwerke rief sie Frauen dazu auf, ihr Fotos ihrer Mütter zu schicken, bevor sie Mütter wurden. Wie eindrucksvoll diese Bilder waren, überraschte die Autorin.

Dieses Foto schickte Jeva ein und schrieb über ihre Mutter, dass sie auf diesem Bild besonders die Augen ihrer Mutter liebt.



Dieses Foto schickte Tenara ein und schreibt über ihre Mutter Joanie:

"Dieses Bild wurde vermutlich aufgenommen, kurz bevor meine Mutter mit mir schwanger wurde. Auf dem Foto plaudert sie mit Freunden. Als sie 15 war, ist sie allein nach Israel gezogen, wo sie sich der Friedensbewegung anschloss und meinen Vater kennenlernte. Sie lebte fast 25 Jahre dort. Ich bewundere meine Mutter für sehr viele Eigenschaften, aber ihre spontane Abenteuerlust ist besonders bewundernswert. Die Frau auf diesem Foto wird zwei Kinder bekommen, eine energische Verfechterin der Behindertenrechte und eine professionelle Musikerin und Lehrerin in Ohio werden. Ich schulde ihr so viel."



In einem Essay in der New York Times beschreibt Lepucki das Projekt näher. "Für mich und für viele Töchter, ist die Zeit, bevor meine Mutter eine Mutter wurde, eine Kette von Geschichten, die immer wieder erzählt wurde." Die Geschichte über die eigene Mutter seien oft ein Mysterium. Die Fotos unterstreichen diesen Mutter-Mythos.

Dieses Foto zeigt Lepuckis Mutter. Das Bild, so schreibt sie, ist in den Flitterwochen ihrer Eltern entstanden. Es gefalle ihr besonders, wegen des Stils ihrer Mutter und der spontanen Pose.



Instagram: "Mothersbefore" zeigt Fotos von Müttern, bevor sie Mütter wurden

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