Eine Blumentypologie

Meike Riebau

Es gibt einen alten Witz, der geht so: "Schenkt er dir Rosen, will er dich kosen, holt er Narzissen, will er dich küssen..." - "Aber Mama, er hat mir Wicken gekauft." Blumen verschenken ist prinzipiell immer gut. Aber gar nicht so leicht ist es, den richtigen Strauß für die richtigen Moment zu finden - so dass es weder überkandidelt noch unterkühlt wirkt. Wir haben die Floristin Hanna Krämer (22) vom Blumengeschäft Floralpha um Rat gefragt, welcher Strauß für welchen Anlass der richtige ist. Eine kleine Typologie.



Der Es-tut-mir-so-leid-mein-Schatz-Strauß

Er hat es versemmelt. Ist fremdgegangen, hat den Müll nicht runtergebracht oder das Essen anbrennen lassen. Auf jeden Fall braucht er jetzt ganz dringend eine Entschuldigung. Der Klassiker: Blumen und Schmuck. Der Strauß besteht klassischerweise aus roten Rosen und Wiesenschaumkraut - was Hanna Krämer "ein bisschen langweilig" findet. "Dahlien zum Beispiel sind auch ganz toll, oder zumindest ein paar cremefarbene Blüten dazwischen, zur Auflockerung. Oder Beeren und kleine Herzen - damit der Strauß besonders ausieht." Denn das wollen die Frauen doch, insgeheim. Aber der klassische Mann ist eher konservativ. Leider.

Der Happy-Birthday-Chef-Strauß

Hauptsache pompös. "Solche Sträuße sollen einfach nur etwas hermachen." Deshalb immer langstielig nehmen, nicht die kleinen, kompaktgebundenenen Sträuße, also etwa Lilien, Muschelblumen oder so ungewöhnliche Pflanzen wie grüner Bambus. Da ist der Strauß selbst nicht so wichtig wie die (hoffentlich imposante) Größe.

Der Alles-Gute-zur-Geburt-Strauß

Für Mädchen: Viele kleine, zarte Blüten, Frauenmantel, Kamille, Beere - obwohl auch hier Rosen immer gern genommen werden. Wer mag, kann auch hier noch kleine Herzen oder andere Dinge in den Strauß hineinstecken, es geht alles, was verspielt ist. Für Jungs: Ein bisschen schwieriger. Entweder, ihr nehmt den Mädels-Strauß, oder ihr begnügt euch mit Rittersporn. Es gibt nunmal sehr wenige Blumen, die blau sind.

Ich-sag-dir-mal-spontan-wie-sehr-ich-dich-liebe-Strauß

Natürlich auch Rosen. "Männer kaufen auch oft sehr bunte Sträuße - mit Komplementärfarben und vielen Kontrasten." Sträuße, die sich Frauen für sich selbst wohl eher nicht kaufen würden. Von den bunten Blumenfeuerwerken rät Hanna Krämer deshalb ab. "Lieber zwei Farben weniger, und dafür passt es besser zusammen."



Der Strauß fürs Schöner-Wohnen-Wohnzimmer

Weiß und Grün. "Das sieht sehr edel und glecihzeitig frisch aus. Deshalb kauft sich so etwas auch eher die gepflegte Dame mittleren Alters", sagt Hanna Krämer. "Viele Menschen bringen weiße Blumen nur mit Tod in Verbindung, das finde ich schade, ein weißer Strauß sieht einfach immer toll aus." Ist also auch ein super Mitbringsel für Leute, die man nicht so gut kennt.

Der Strauß für die beste Freundin

"Kommt ganz auf die Person an. Das wissen die Leute aber meistens, sonst probieren wir verschiedene Sachen aus - knallig oder zart, viele verschiedene Sorten oder eher schlichter." Sobald man überlegt, was der anderen Person gefallen könnte, ist man eigentlich schon auf der sicheren Seite.

Der Beerdigungsstrauß:

Klassisch weiß. Häufig auch langstielig, Lilien zum Beispiel.

Der Abschiedsstrauß:

Ist ja eigentlich ein trauriger Anlass, "aber troztdem würde ich so etwas wie Sonnenblumen oder andere gelb-orange Töne nehmen. Klar, man will den anderen ja in guter Erinnerung behalten.