Eine andere Art der Bierherstellung

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, was Chicha ist? Das ist keine Wasserpfeife in Individualorthografie, sondern ein jahrhundertealtes Getränk aus Südamerika. Noch heute ist Chicha ein beliebtes Erfrischungsgetränk in der Andenregion. Die Inka stellten es ursprünglich aus Mais her, allerdings auf eine außergewöhnliche Art und Weise.

Inka-Frauen lernten die Herstellung dieses schwach-alkoholischen Getränkes in Hauswirtschaftsschulen. Dazu nahmen sie aus Maismehl gebackenes Brot und kauten es lange und kräftig durch, damit ein gut durchspeichelter Brei entstand.


Durch die Enzyme im Speichel wird die Maisstärke in Zucker aufgespalten. Dieser Brei wurde mit ein wenig Wasser versetzt und für ein paar Tage in großen tönernen Gefäßen zur Gärung gebracht. Daraus entstand dann ein säuerlich-milchiges Getränk, das im Geschmack ein wenig an Cidre erinnert.

Für Südamerika-Reisende zur Beruhigung sei erwähnt, dass bei der Herstellung von Chicha heutzutage auf die menschlichen Enzyme verzichtet wird. In den einzelnen Ländern gibt es verschiedene Sorten dieses erfrischenden Getränkes, das auch aus Reis oder Maniok hergestellt wird.