Ein Walzer zum Rangehen

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wer Francisco Tárrega war? Bis 1909 war der im spanischen Villareal geborene Tonkünstler einer der bekanntesten und einflussreichsten Gitarrespieler der Welt. Doch nicht nur seine Techniken und sein Spielstil beeinflussen Gitarristen bis heute, auch mindestens eine seiner Kompositionen kennt heute noch ein jeder.

Nachdem er schon bei einem der berühmtesten Gitarrespielern in den Unterricht ging, entwickelte er auf seiner besonders gebauten Gitarre einen neuen Stil: Mit neuen Methoden des Saitenanschlagens und vor allem mit dem Ablegen der Gitarre auf dem linken Oberschenkel hat Tárrega bis heute Einfluss auf das moderne Gitarrespielen.


Neben dem aktiven Musizieren schrieb er auch viele Werke klassischer Komponisten, wie etwa Bach, Chopin oder Beethoven, für sein Instrument um und komponierte eigene Stücke. Wirklich bekannt ist davon nur eines, davon aber auch nur vier Takte.

Jeder kennt die Takte 14 bis 17 aus dem Tárregas Grand Vals. Bis 1998 hieß das Stück auch noch in jedem Telefon so, danach nur noch "Nokia Tune". Und jeder, der zu faul ist, den Klingelton in seinem Handy zu ändern, greift reflexartig zu seiner Kommunikationseinheit, wenn in einem öffentlichen Raum diese Melodei erklingt.

Tárrega hat für diesen späten Ruhm – nicht wirklich überraschend – keinen Penni oder Cent gesehen. Inzwischen hat Nokia die kurze Melodie für sich als Audiomarke weltweit markenrechtlich geschützt. Der Nokia-Standard-SMS-Ton konnte hingegen nicht gesichert werden: Das Piepen, drei mal kurz - zwei mal lang - drei mal kurz ,sind einfach die Morsezeichen für "SMS".