Ein Tag im Leben eines Eishockeyspielers

Tobias Zimmermann

Unser BOGY-Praktikant Tobias Zimmermann (17, Rotteck-Gymnasium) ist ein großer Sportfan. Für fudder hat sich Tobias mit einem hoffnungsvollen Nachwuchstalent des EHC Freiburg getroffen: Chris Billich (oben). Der 19-Jährige spielt seine erste Saison im Kader des EHC - was ganz schön anstrengend ist. Ein Tag im Leben eines Eishockeyspielers.

8.15 Uhr:

In einem schwarzen Golf fährt Chris Billich auf den Parkplatz des EHC. Er ist von Kopf bis Fuß schwarz gekleidet: Schuhe, Jogginghose, Pulli, Jacke, Mütze - alles schwarz. Nach einer kurzen Begrüßung besprechen wir den Tage. Danach geht er in die Kabine, wo noch 45 Minuten bis zum Training verbleiben. Diese Zeit nutzt er, um sich mit Stretching-Übungen warm zu machen. Um 9.10 Uhr gehen die Spieler aufs Eis. Chris gehört zu den ersten und trägt eine große Taktiktafel auf das Feld, die er neben der Ersatzbank an der Bande aufhängt.


9.15 Uhr

Das Training beginnt mit Aufwärmübungen, bei denen alle Spieler einige Runden auf dem Eis drehen. Danach spielen sich die Spieler in Fünfergruppen den Puck zu. Auffällig ist, dass es drei unterschiedliche Trikotfarben gibt: gelb, rot und weiß. Diese Farben zeigen, in welchen Blöcken ein Spieler zum Einsatz kommt. Chris trägt wie die meisten jungen Spieler ein weißes Trikot. Nachdem der Trainer in einer kurzen Besprechung die folgende Einheit erklärt hat, stellen sich alle Spieler auf und trainieren in zwei Gruppen Torschüsse. Dabei gehört Chris zu den besten und erzielt viele Tore. Nache einer Stunde ist das Morgentraining beendet - die Spieler gehen duschen.



11.30 Uhr

Chris Billich nimmt sich nun Zeit für ein Interview. Er wohnt in Denzlingen und hat schon seit zwei Jahren eine Freundin. Vergangenes Schuljahr hat er die Schule mit dem kaufmännischen Fachabitur beendet. Momentan übt er neben dem Eishockey keinen weiteren Beruf aus. Diese Saison spielt er zum ersten Mal in der Oberliga-Mannschaft des EHC, aber schon in der vergangenen Saison wurde er in der 2. Bundesliga gegen Ende der regulären Saison gelegentlich eingesetzt - und hat sogar einige Tore geschossen. "Ich habe mich über meine guten Leistungen im Juniorenteam beworben, was von Trainer Sergej Svetlow dieses Jahr belohnt wurde!". Seine Hobbys neben dem Eishockey sind Tennis und Fußball, dennoch interessiert er sich nicht für den SC Freiburg. Auf die Frage, wie die Stimmung in der Mannschaft sei, antwortet er: "Das Klima ist trotz der verschiedenen Nationalitäten und der vielen Sprachen sehr gut und freundschaftlich. Wir unterhalten uns auf Englisch." Nach dem Interview fährt Chris nach Denzlingen, wo er sich etwas zu essen macht und sich die Zeit bis zum Abendtraining mit Fernsehn und anderen Dingen vertreibt.

17.30 Uhr

Nun trifft sich Chris mit einem Betreuer an der Eishalle. Gemeinsam fahren sie ins Fernsehstudio von TV Südbaden, wo Chris Billich heute ein Interview für die Eishockeysendung geben soll. Dort wird Chris geschminkt, der Ablauf des Interviews wird kurz besprochen. Kurz vor dem Interview ist ihm die Anspannung deutlich anzumerken - Chris ist nervös.

18.10 Uhr:

Die Sendung beginnt. Chris und der Moderator sitzen auf einem Hocker, dahinter sieht man einen Monitor mit der Aufschrift der Sendung. Im Interview spricht der Moderator mit Chris über seine Situation beim EHC, über seine Ziele und über die kommenden Spiele. Er gibt eine sehr gute Figur und antwortet auf die Frage, wie viele der kommenden fünf Spiele gewonnen werden, selbstbewusst: "Natürlich alle!" Danach muss alles ganz schnell gehen. Direkt nach dem Ende des Interviews fahren Chris und sein Betreuer zurück zum Eisstadion, damit Chris rechtzeitig zum Training kommt. Um 18.40 Uhr kommen wir auf dem Parkplatz an. Chris verabschiedet sich und geht schnell in die Kabine und zieht sich um.



18.45 Uhr

Gerade noch pünktlich betritt er das Eis, das Abendtraining beginnt. Die Spieler drehen einige Runden zum Aufwärmen, auf Pfiff des Trainers ziehen sie kurz das Tempo an. Danach treffen sie sich alle in der Mitte des Eises, der Trainer gibt Anweisungen für das folgende Torschusstraining. Dann stellen sich wieder alle auf und trainieren unterschiedliche Varianten von Torabschlüssen. Am Ende des Trainings muss alles aufgeräumt und versorgt werden. Dann geht Chris zurück in die Kabine, wo er sich duscht und umzieht. Gegen 20 Uhr verlässt er den Parkplatz und fährt zurück zu seiner Wohnung, um sich für den nächsten anstrengenden Eishockey-Tag auszuruhen.