Sölden

Ein Studenten-Projekt leistet Hilfe mit Pralinen aus Peru

Gabriele Hennicke

Ummantelt von dunkler Schokolade, im Inneren eine Masse aus Karamell: Mit handgemachten Pralinen aus Peru unterstützt der Verein "Süße Hoffnung" soziale Projekte in Peru.

Die Dulciana-Pralinen sind ziemlich groß für deutsche Verhältnisse. Ummantelt von dunkler Schokolade, im Inneren eine Masse aus Karamell, Vanille und Lucuma, einer Andenfrucht, und edel verpackt, sind sie in Sechser- und Vierer-Schachteln und als Einzelpraline im hübschen Beutel in Weltläden und im Online-Shop erhältlich. Mit den handgemachten Pralinen aus Peru – fair gehandelt und aus Bio-Schokolade – unterstützt der in Sölden ansässige Verein "Süße Hoffnung" soziale Projekte in Peru.


Begonnen hat alles vor zehn Jahren, als der Söldener Abiturient Tobias Vogel einen Freiwilligendienst in Peru leistete. Nach seiner Rückkehr in die Heimat wollte er sich weiter für die Menschen in dem südamerikanischen Staat engagieren und gründete zusammen mit anderen jungen Leuten den Verein "Süße Hoffnung". Schnell entstand die Idee, eine Spezialität des Landes, nämlich handgemachte Pralinen aus einer Manufaktur in Perus Hauptstadt Lima, zu importieren und mit dem Erlös Bildungsprojekte in Peru zu unterstützen.

Zusammen mit seinem Freund David Roggatz (27), der Betriebswirtschaft studierte, machte sich Tobias Vogel ans Werk. "Das Produkt war schon in Peru auf dem Markt, aber eben nicht als Fair-Trade- und Bio-Produkt, wie wir es herstellen lassen wollten. Wir mussten uns also erst auf die Suche nach solchen Produzenten machen", erinnert sich David Roggatz. Die Bioschokolade bezieht "Süße Hoffnung" inzwischen von der bekannten Kooperative Naranjillo aus dem Hochland von Peru mit über 2 000 Mitgliedern. Ein Jahr dauerte es, bis die gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben für den Import der Pralinen erfüllt waren. Seither kommen die kostbaren Stücke zweimal jährlich per Flugzeug nach Frankfurt und werden dort von Tobias Vogel und Daniel Roggatz abgeholt.

Das Headquarter des kleinen Hoffnungs-Unternehmens ist nach wie vor in Sölden, Tobias Vogels Mutter übernimmt den Versand. Die beiden Gründer kommen nur noch wochenends nach Hause. Vogel arbeitet inzwischen als Gymnasiallehrer in Wiesbaden, Roggatz als Betriebswirt in München. David Roggatz hat den Vertrieb der Pralinen aufgebaut: Sie werden in Weltläden verkauft, an Privatleute über den Online-Shop und als nachhaltige Präsente an Unternehmen wie die GLS-Bank und den Landtag Baden-Württemberg. "Unternehmen brauchen Geschenke – mit unseren Pralinen haben sie ein hochwertiges Produkt und tun noch etwas Gutes, deshalb kommen sie gut an", sagt David Roggatz. Der komplette Erlös aus dem Verkauf der Pralinen geht an den Verein "Süße Hoffnung", dem auch die kleine Vertriebsfirma gehört.

Einige tausend Euro kommen jährlich zusammen, die in Schülerpatenschaften und Projekte mit benachteiligten Jugendlichen, in eine Schule oder den Aufbau einer Bäckerei gesteckt werden. Die Projekte wurden teilweise von jungen Freiwilligen aus Deutschland initiiert, die dem Verein nahestehen. Besonders stolz sind Vogel und Roggatz auf die Auszeichnung als offizielles Projekt im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung", die der Verein 2014 erhielt. Aktuell ist der Verein nominiert für den Fairwandler-Preis für entwicklungspolitisch engagierte junge Menschen der Karl-Kübel-Stiftung. gabriele hennicke
Infos und Online-Shop:
verein.suesse-hoffnung-ev.de. In Freiburg sind die Pralinen erhältlich im Weltladen, Gerberau 12.