Ein Schuss, ein Knall, ein Dämpfer

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie eine Pistole knallt? Wer seinen Armeedienst ableisten durfte, im Schützenverein ist oder im Beruf mit Waffen zu tun hat, weiß, wie laut so ein Schuss ist. Deshalb sollte man auch nie ohne Gehörschutz auf den Schießplatz gehen. Noch einfacher ist der aufschraubbare Schalldämpfer, den jeder aus Krimis und Agentenfilmen kennt. Doch wie so oft lügen Filme auch hier.

Der Knall eines abgefeuerten Geschosses hat zwei Quellen. Die eine ist der Druck der entsteht, wenn die Kugel aus dem Lauf heraus mit Überschallgeschwindigkeit auf die Umgebungsluft trifft. Die vor ihr komprimierten Druckwellen versenden den Überschallknall in alle Richtungen. Dieser Geschossknall lässt sich durch einen Schalldämpfer nicht beeinflussen, denn irgendwann muss das Projektil schließlich den Lauf verlassen – oder eben den Schalldämpfer.


Der wird eingesetzt, um die andere Komponente des Knalles abzumildern: Den Mündungsknall. Der wird bei der Dekompression der Überdruck-Luft erzeugt, die nach der Kugel aus dem Lauf kommt, mit dem Druck also, der das Geschoss in Bewegung gebracht hat. In den im Schalldämpfer hintereinander angebrachten, nach innen offenen Kammern kann sich das Gas ausdehnen, ohne den Schalldruck an die Umgebung abzugeben. Es gibt auch Schalldämpfervarianten, in denen das auströmende Gas den Weg über gewundene Kanäle nehmen muss; in jedem Fall wird ihm aber die Energie genommen.

Mit einem Schalldämpfer lässt sich also der Knall zwar deutlich mindern, was bei den Schützen ein Knalltrauma oder spontane Taubheit verhindert. Aber laut und deutlich hörbar ist der Knall trotzdem noch, und in keiner Weise mit dem aus Film und Fernsehen bekannten, dumpfen "plomp" zu vergleichen.