Ein Schülerpraktikum bei der Bundespolizei

Dorothea Hirt

In dieser Woche absolvieren vierzehn Schülerinnen und Schüler ein Berufsorientierungspraktikum am Bundespolizeirevier in Freiburg. Wir haben kurzerhand unsere fudder BOGY-Praktikantin Dorothea für einen Tag mit aufs Revier geschickt.



Dienstagmorgen, 10 Uhr, Wentzingerstraße 25.

14 Realschüler und Gymnasiasten aus Freiburg und der Region sitzen ausnahmsweise mal nicht in der Schule, sondern in einem Konferenzraum der Bundespolizei. Auf dem Stundenplan des Gruppenpraktikums steht eigentlich „Vorstellung der Hundeführer/Einsatzspektrum Diensthund“, doch leider ist der zuständige Beamte krank.


Also dehnt Polizeioberkommissar Volker Gleichfeld (Bild rechts), der die Praktikanten betreut, die Unterrichtseinheit „Einweisung Dienst-KFZ, Waffen, Führungs- und Einsatzmittel“ kurzerhand aus und zeigt den Teilnehmern eine - beruhigenderweise ungeladene und mehrfach gesicherte - Maschinenpistole, mit der die Beamten der Bundespolizei patrouillieren; dazu erklärt er die richtige Handhabung.

Die Schülerinnen und Schüler beäugen die Waffe respektvoll und hören interessiert zu.



Die Bundespolizei ist die „Polizei des Bundes“ und ist  für alle Aufgabenbereiche zuständig, die den Staat betreffen; sie gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Zu den Aufgaben der Bundespolizei gehören der Grenzschutz, die Bahn- und Luftsicherheit, der Schutz von Bundesorganen sowie der Flugdienst. Das Gruppenpraktikum, dass das Freiburger Revier der Bundespolizei in dieser Woche durchführt, soll den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Bundespolizei und den Arbeitsalltag der Beamten geben.

Der Stundenplan der Praktikanten ist prall gefüllt und durchgeplant: Sie dürfen zum Beispiel in die Uniform eines Polizisten der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) schlüpfen, gefälschte Dokumente analysieren und den Helikopter der Bundespolizei inspizieren - stets begleitet von Polizeioberkommissar Gleichfeld.

Außerdem nehmen die Praktikanten an einem Probe-Einstellungs- und Sporttest teil, um für sich selbst festzustellen, ob sie für den Beruf des Bundespolizisten geeignet wären. Ohnehin sind die Voraussetzungen für den Beruf und das Bewerbungsverfahren immer wieder Thema - denn neue Auszubildende und Studierende sind hier gerne gesehen. „Ich kann mir vorstellen, das später als Beruf zu machen“, sagt auch einer der Teilnehmer. „Aber auch die Bundeswehr ist für mich interessant.“ Eine Praktikantin findet noch deutlichere Worte: „Für mich ist es ein Kindheitstraum, Polizistin zu werden.“

Am Mittag dürfen die Praktikantinnen und Praktikanten die Einsatzzentrale besuchen, das Herzstück des Polizeireviers. Hier hängt eine Tafel mit den Fahndungs- und Vermisstenanzeigen, außerdem ein Monitor, auf dem die Bilder der Überwachungskameras aus den hauseigenen Zellen angezeigt werden. Hier gehen alle Anrufe ein, und die dort eingeteilten Polizisten entscheiden, ob oder wie viele Streifen zu dem jeweiligen Ort des Geschehens geschickt werden.

Danach erhalten die Praktikanten an diesem Nachmittag Einblick in die Tasche eines Polizisten, der auf Streife geht. Funkgerät, Absperrbänder, Warnweste, Bücher oder Ordner mit Vorschriften und Rechten, Anzeigenblätter in verschiedenen Sprachen sowie Leichentücher und Desinfektionsmittel haben die Beamten immer bei sich.



Auch der Schrank mit den jeweiligen Einsatzmitteln ist für die jungen Nichtpolizisten sehr interessant: Hier gibt es einen großen Bolzenschneider, mit der die Beamten Schlösser oder Autos aufbrechen oder Menschen aus Notlagen befreien können, Alcomat, Pfefferspray sowie Hand- und Fußfesseln.



Am späten Nachmittag geht es erst in die Garage - inklusive Probesitzen auf dem Dienstmotorrad -, dann gehen die Praktikantinnen und Praktikanten mit den Beamten auf Streife durch den Freiburger Hauptbahnhof. Hier ist die Lage an einem Dienstagnachmittag ruhig, und so erzählen die Beamten von spektakulären und anstrengenden Einsätzen. Der Arbeitsalltag als Bundespolizist ist für Schülerinnen und Schüler ohnehin immer ein kleines bisschen aufregend.



Das Freiburger Revier der Bundespolizei bietet regelmäßig Gruppenpraktika. Schülerinnen und Schüler, die Interesse an der Teilnahme haben, können sich bei Polizeioberkomissar Volker Gleichfeld melden (Telefon: 0761.2027330).  
Dorthea Hirt, 16, kommt aus Neustadt und ist in dieser Woche unsere fudder-BOGY-Praktikantin - allerdings ganz ohne Stundenplan. Dorothea geht in die 11. Klasse des Kreisgymnasiums Titisee-Neustadt und liebt Tanzen, Skifahren und Mode.

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