Ein Müller sprengt Monte Carlo

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie der englische Mühlen-Ingenieur Joseph Jaggers im Jahr 1873 ein Casino in Monte Carlo ausnahm? Als anerkannter Experte für alles, was sich dreht, nahm er die sechs Roulettetische im Beaux Arts genauer unter die Lupe.

Er stellte dafür sechs Leute an, die zwölf Stunden lang sämtliche Gewinnzahlen an den Tischen aufschrieben um danach zu überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zuging. 5 der Tische brachten wie zu erwarten war nur zufällige Zahlen hervor, doch beim sechsten trat bei neun Zahlen eine unwahrscheinliche Häufung auf: Das Rouletterad lief unrund.

Er hatte gefunden, was er gesucht hatte und gewann in vier Tagen 370.000$ (auf heutige Werte umgerechnet entspricht dies etwa dem 15-fachen!). Leider bekam das Casino Wind davon und wechselte über Nacht die Räder zwischen den Tischen, wodurch Jaggers am nächsten Tag und gleichen Tisch kläglich verlor.
Er war aber so schlau gewesen, sein "Glücksrad" mit einem kleinen Kratzer zu markieren, so dass er es schnell an einem anderen Tisch wiederfand und seinen Gewinn wieder auf über 450.000$ hob. Am nächsten Tag hatten die Casinoangestellten allerdings die Zahlen um das Rad herum gedreht, weshalb der schlaue Müller seine Gewinnzone nicht mehr fand.
Im Endeffekt ging er mit einem Reingewinn von 325.000$ nach hause und lebte glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende, ohne je wieder arbeiten zu müssen.