Ein Freiburger hat wohl 57.000 Fahrräder aus China nach Deutschland geschmuggelt

dpa & fudder-Redaktion

57.000 - die Zahl klingt überwältigend. So viele Räder soll laut der Staatsanwaltschaft Mannheim ein Mann aus dem Raum Freiburg nach Deutschland geschmuggelt haben. Dabei habe er den Staat um 2,5 Millionen Euro betrogen. Die irre Meldung:



Wegen eines millionenschweren Schmuggels von Fahrrädern erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Inhaber eines Fahrradhandels aus dem Raum Freiburg. Der 46-Jährige habe gemeinsam mit zwei Komplizen den deutschen Staat um mindestens 2,5 Millionen Euro betrogen, teilte die Schwerpunktstaatsanwaltschaft "Wirtschaftskriminalität" in Mannheim am Freitag mit. Er habe sich des gewerbsmäßigen Schmuggels in 82 Fällen schuldig gemacht und sei wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Anklage erhoben wurde vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim. Ob und wann es dort zum Prozess kommt, ist nach Angaben eines Sprechers noch unklar.


16.000 Räder beschlagnahmt

Die Taten ereigneten sich den Angaben zufolge von Oktober 2006 bis November 2015. Der Fahrradhändler habe mehr als 57 000 Fahrräder aus China nach Deutschland geschmuggelt, ohne Zoll und Steuern zu zahlen. Hierfür habe er falsche Angaben gemacht, unwahre Frachtpapiere ausgestellt und Einfuhrunterlagen gefälscht. Den Ermittlern zufolge gab er an, die Räder seien unter anderen aus Malaysia. So sparte er sich den für China geltenden Antidumpingzoll von 48,5 Prozent.

Auch gegen zwei Familienangehörige des Mannes werde ermittelt, hieß es. Den Angaben zufolge haben die Ermittler Vermögenswerte in Höhe von 750 000 Euro sowie 16 000 Fahrräder beschlagnahmt. Die Räder würden nun verkauft oder versteigert, das Geld gehe an den Staat.

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[Foto: dpa picture alliance]