Ein Freiburger hat eine Webseite für Bücherkisten gegründet

Daniel Laufer

Manfred Szabo hat Street-Book.de gegründet. Mit der Webseite will der das Bücherkisten-Angebot organisieren. Wie das funktioniert:



Moby Dick
schwimmt gleich davon. Der Pappkarton mit den Büchern steht auf dem Gehweg, im Regen. Irgendjemand wollte sie verschenken, aber niemand wusste davon und jetzt sind Melville und Dickens und Mark Twain nass.


So was passiere andauernd – zu oft, findet Manfred Szabo. "Viele Leute wollen ihre Bücher nicht einfach wegwerfen, haben aber keinen Platz mehr für sie." Der 50-Jährige ist selbst so jemand. Er bezeichnet sich als Bücherliebhaber, irgendwann hatte er aber einfach zu viele davon. Also ging er auf Flohmärkte, stellte sie auf eBay oder bat sie einem Antiquariat an. Los wurde er die wenigsten. Mitten in seiner Bücherkrise fielen sie ihm dann auf, immer wieder, vor allem in viel besuchten Gegenden: die Bücherkisten.

Man packt ausgemistete Bücher in einen Karton, stellt sie raus und jeder, der mag, kann sich  bedienen. Szabo gefällt das, er sieht aber immer noch ein Problem: "Holt niemand die Bücher ab, wirft man sie am Ende vielleicht trotzdem weg." Von der Kiste wissen natürlich immer nur diejenigen, die zufällig vorbeikommen. Das will er ändern.

Dazu hat der Freiburger im Juli die Internetseite Street-Book gegründet. Die Idee: Wer eine Bücherkiste rausstellt, kann sie dort eintragen. Wer Bücher sucht, hinterlässt einfach seine Adresse. Sobald eine Kiste auf der Straße steht, benachricht Szabo die Interessenten dann per Email.



Momentan ist Street-Book kostenlos. Wenn der Dienst erst mal richtig angelaufen ist, will Szabo ihn vielleicht noch erweitern. Interessenten könnten dann einen Suchauftrag an ihn richten und er würde sozusagen Ausschau halten nach einem bestimmten Buch in den angemeldeten Kisten. Was das dann kosten soll, weiß Szabo noch nicht – das hänge dann vom Aufwand ab.

Dafür hat er Pläne für die Zukunft seine Seite. "Man könnte das ja erweitern, eigentlich kann man ja alles nehmen, was auf die Straße gestellt wird", sagt Szabo. "Auch Geschirr oder so was." Auf Freiburg will er Street-Book nicht begrenzen – er hofft, dass sich durch die Seite Bücherliebhaber finden, vielleicht in Offenburg oder sogar in Karlsruhe.

Der Weg dorthin ist noch weit. Zwar haben schon einige Interessenten ihre Adresse hinterlegt, eine Bücherkiste allerdings hat noch niemand eingetragen.

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[Fotos: Manfred Szabo]