Ein Film über Liebe und Gewalt

Anselm Müller

Freundschaft und Liebe, Gewalt zwischen Jugendlichen und Drogen sind die Themen des Films "Was heißt hier wichtig?!" des Freiburger Medienpädagogen und Filmemacher Jürgen Dettling und einer fünfzehnköpfigen Crew aus Jugendlichen aus Breisach, Oberrimsingen und Freiburg. Premiere ist am 20. Juli. Ein Interview:



Die Zusammensetzung der Gruppe: Mädchen aus dem Freiburger Ursula-Gymnasium, sozial benachteiligte Jugendliche vom Christophorus Jugendwerk Oberrimsingen, Aussiedler-Kinder und Lehrlinge. Gemeinsam haben sie einen fünfzigminütigen Streifen über das Thema Werte bei Jugendlichen gedreht, geschnitten, produziert und mit einem eigenen Soundtrack ausgestattet.


Warum das Thema Wertediskussion bei Jugendlichen?

Dettling: Dies ist vor allem den Geldgebern geschuldet. Die Produktionskosten sind von “Jugend im WertAll” eines Projekts der Landesstiftung Baden-Württemberg finanziert wurden. Dieses Projekt befasst sich mit der Wertediskussion bei Jugendlichen. Deswegen das Thema.

Wie sind Sie an das Thema rangetreten?

Dettling: Wir haben einen Tag lang über Werte und ihren Wandel gesprochen. Danach haben sich drei Gruppen von Jugendlichen zu einem Drehbuchteam zusammengesetzt und Themen ausgearbeitet. Natürlich gab es auch Hilfestellungen zu den Themen Schnitt, Kameraführung und Schauspielerei.

Es sind insgesamt drei Themenblöcke entstanden. Freundschaft oder Liebe, Jugendliche und Eltern und der Konflikt zwischen "Kanaken", Russen und Deutschen. Zwischen den Spielszenen gibt es immer wieder Interviews, die Sie aus dem Off machen. Wieso ein Dokufictionfilm?

Dettling: Durch dieses Konstrukt, konnten wir auch noch die "reale" Lebenswelt der Jugendlichen sowie ihre Gedanken zu den einzelnen Themen einfangen. Zum Beispiel Abdullah "Apo" Sönmezer wurde gefragt, was für ihn wichtig ist. Zuerst antwortet er GELD, GELD, GELD. Nach kurzem überlegen sagt er: Freundschaft, Familie und Geld. Und dies ist kein Einzelfall. Während des Drehs hat man gesehen, daß bei denen was durch die Rübe geht. Die haben sich intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Eine Episode des Films handelt von der Rivalität einer russischen und einer gemischten “Kanaken”- Jugendgruppe. Am Ende gibt es eine große Keilerei. Habt ihr das selber erlebt?

Korah Glyligi: Also früher gab es schon öfters Stress. Doch heute kennt man sich und alles ist cool.

Oleg Gracev: Ja heute sind wir eine große Gruppe.

Gab es Probleme während des Drehs?

Dettling: Natürlich, z.B.: Die angesprochene Massenschlägerei konnte trotz Minusgraden erst nach langem Warten gedreht werden.

Warum?

Anastasia Steinke: Die Russen hatten Schiss!

Wie?

Dettling: Einige der Jungs kamen nicht zur vereinbarten Zeit zum Außendreh.

Ihr seid fast alle im HipHop-Look gekleidet was bedeutet für euch Style?

Michael Heinig: Style ist das, was man ist. Stil ist das, was man sein möchte!

Ist es wahr, dass einer von euch auf richterliche Weisung bei dem Projekt mitmachen musste?

Dettling: Ja das stimmt. Der Richter hat zu ihm gesagt. "Das ist deine letzte Chance!" Aber nachdem er ein par Tage dabei war, hat es ihm viel Spaß gemacht.

Auch den Soundtrack habt Ihr selber gemacht. Herausgekommen ist ein hiphop-lastiger Sound mit fetten Beats. Wie habt Ihr den eingespielt?

Korah Glyligi: Den haben wir bei Frido daheim mit einem Mikro und dem Computer eingespielt. Die Texte stammen von Frido. Schöne Grüße an Reality Records.

Welche Botschaft hat für Euch der Film?

Michael Heinig: Zweimal schauen. Sich nicht mit Vorurteilen abgeben, sondern die Menschen so annehmen wie sie sind!

Cinemaxx- Termine (für VAK)

Donnerstag, 20.7., 20 Uhr
Freitag, 21.7., 17 Uhr
Montag, 24.7., 20 Uhr
Mittwoch, 26.7., 17 Uhr
Montag, 31.7., 20 Uhr
Mittwoch, 2.8., 17 Uhr