Ein Film aus Freiburg erkundet die amerikanische Start-up-Szene

Vanja Tadic

Vier Wochen lang sind Filmemacher aus Freiburg mit Start-up-Gründern durch die USA gereist. Dabei entstand die Doku "Starting Up USA – Von der Garage zum Unicorn in 5000 km". Wie die Reise lief und was ein Einhorn damit zu tun hat.

Ein Camper, vier Wochen, fünf Männer und eine lange Reise durch die USA: Florian Schmitt von lexRocket, Malte Steiert, Gründer von foodguide, Manuel Koch, Börsenexperte und Wirtschaftsjournalist, und Robin Teuffel und Marius Hoch-Geugelin von Image Media haben sich auf eine einmonatige Reise von San Francisco über LA und Las Vegas an die Börse nach New York gemacht und nach dem Start-up Spirit in der USA geforscht. Dabei entstand der Film "Starting Up USA – Von der Garage zum Unicorn in 5000 km". fudder hat mit Robin und Marius von Image Media gesprochen.


Was hat das Unicorn im Name euers Films zu bedeuten?

Marius: Unicorn ist ein Wort aus der Start-up Szene. Es ist das eine Ding, das alles abreißt und auf den Kopf stellt. Facebook, Uber, Airbnb … Das sind alles Unicorns. Innovative neue Sachen, die es davor nicht gab, aber eine Kultur oder Industrie komplett verändert haben.

Darum geht es in euerem Film?

Robin: Der Film zeigt den Start-up-Spirit in der USA und warum ein Deutscher Gründer dorthin gehen sollte. Also warum es in den Staaten einfacher und besser ist, als Start-up Erfolg zu haben.



Warum ist es in den USA einfacher für ein Start-up?

Marius: Viele Unternehmen wollen durch möglichst wenig Infrastruktur und Hierarchien ein kontrolliertes Chaos fördern, bei dem die Mitarbeiter ihre Kreativität und Spontanität ohne Druck ausüben können.

Es ist zudem einfacher Investoren zu finden, da reiche Leute gerne in Start-ups investieren, ohne Angst zu haben, dass es vielleicht keinen Erfolg hat. Scheitern wird in der USA auch anders gesehen, als hier. Es wird befürwortet und erwartet. Niemand würde nach deinem Scheitern nichts mehr mit dir machen wollen, sondern sieht das als positiven Prozess. Dadurch kriegst du mehr Chancen als in Deutschland.

Wen habt ihr auf eurer Reise getroffen und wer hat euch besonders inspiriert?

Robin: Wir hatten als Freiburger Fische sehr viel Glück, dass wir über Kontakte Termine mit hohen Tieren von Dropbox, Salesforce, Jodel, Kickstarter und weiteren großen Unternehmen bekommen haben. Das war unglaublich krass.

Marius: Die Leute haben fast immer offen und auf einer Ebene mit uns geredet. Wir haben beispielsweise mit dem CTO von Dropbox, Aditya Agarwal, der auch einer der ersten zehn Mitarbeiter Facebooks war, gesprochen und dieses Interview hätten wir komplett ungeschnitten in unseren Film aufnehmen können, so interessant war es. Das war so, als hätten wir mit Steve Jobs geredet.

Wie sah das Leben mit dem Camper aus?

Marius: Es war schwer einen Parkplatz in den Städten zu finden. In Palo Alto parkten wir auf den Parkplätzen der Stanford Universität, in Los Angeles auf dem Parkplatz einer Schwimmschule eines Freundes und in New York auf einem Campingplatz. Durch San Francisco konnten wir mit unserem "Schiff" nicht einmal fahren.

Robin: Wir haben maximal zu fünft drin gepennt und morgens wurden wir von vorbeifahrenden Bussen geweckt, die unseren Camper zum Wackeln brachten. Dadurch das wir einen Termin in New York hatten, mussten wir so schnell wie möglich durchfahren, denn wir hatten Zeitdruck und so fuhr immer einer und der Rest arbeitete weiter am Film.

Marius: Wenn wir was Verrücktes auf der Straße entdeckten, sind wir angehalten und haben das mitgenommen. Einen Tag Pause haben wir uns an einem schönen Fluss gegönnt, wo wir vergeblich fünf Stunden versucht haben zu angeln.

Warum seid ihr nicht geflogen?

Robin: Das war wichtig für die Story. Der Camper ist unsere Silicon Valley Garage in der alles entsteht und wo wir natürlich auch unser Equipment lagern mussten.

Wie lange plant ihr dieses Projekt schon?

Robin: Im Dezember kam die Idee von Florian und Manuel auf. Anderthalb Monate dauerte es dann allerdings noch, bis der Entschluss gefasst und wir darüber informiert wurden. Mit Nils Hansen, ein weiteres Mitglied von Image Media verbrachten wir dann einen Monat mit dem Entwickeln des Drehbuchs zum Film und am 1. April flogen wir dann nach San Francisco.
Image Media ist ein Filmunternehmen aus Freiburg, das seit anderthalb Jahren existiert und als fünfköpfiges Team für Firmen Image Filme dreht. Der Dokumentationsfilm ist ihr erster langer Film. Marius war auf der Reise für das Filmen und Fotografieren verantwortlich, während Robin als Filmproduzent tätig war. Seit ihrer Rückkehr haben sie kaum geschlafen, da sie rund um die Uhr an dem Film arbeiteten.

Der Film feierte am Dienstagabend in Berlin seine Premiere und soll bald auch in ausgewählten Freiburger Kinos gezeigt werden. Mehr Infos dazu gibt es bald auf der Facebook-Seite vom Image-Media.