Ein Drittel mehr Tramunfälle: Sind auch Fußgänger mit Smartphones schuld?

Simone Höhl

62 Unfälle, zwei Tote, acht Schwer- und 28 Leichtverletzte: Nie gab es in Freiburg mehr Unfälle mit Trams als im vergangenen Jahr. Häufig kracht es, weil verbotenerweise links abgebogen wird. "Und bei Fußgängern stelle ich zunehmend eine Ablenkung durch Smartphones fest", sagt ein Experte:



In den vergangenen Wochen hatten Straßenbahnen auffällig viele Unfälle. Doch das ganze vergangene Jahr sticht heraus, wie die Unfallstatistik der Freiburger Polizei zeigt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Straßenbahnunfälle um ein gutes Drittel gestiegen. Zu sehen ist auch, dass meistens die Autofahrer schuld sind. Und dass offensichtlich ein Zusammenhang mit dem wachsenden Liniennetz besteht. Freiburgs Straßenbahnen haben 62 Unfälle im vergangenen Jahr gehabt. Dabei gab es zwei Tote, acht Schwerverletzte und 28 Leichtverletzte. Das zeigt die Statistik der Polizei, die der Verkehrs-AG (VAG) zufolge zu jedem Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmern gerufen wird.


In 2016 schon zehn Tramunfälle

Ins Auge fallen bei der Statistik für 2005 bis 2015 zwei Dinge: Während es zehn Jahre zwar Schwankungen, aber keine Ausreißer gab, stieg die Zahl zuletzt stark an. Und legt man die Kurve der Kilometer daneben, die die Trams durch das Liniennetz gefahren sind, gibt es zumindest teilweise Ähnlichkeiten. Die VAG sieht keinen direkten Zusammenhang, ebenso wenig Schwerpunkte: Unfälle passierten im ganzen Netz, allerdings geballt da, wo Autos links abbiegen.

"Es sind oft die Abbieger oder Wender", erklärt Walter Veeser – auch an Stellen, an denen es verboten ist. Und das Verhalten von Fußgängern und Radfahrern fällt ebenfalls auf. Da halten sich Radler nicht an Verkehrsregeln und fahren beispielsweise über rote Ampeln, wodurch es zu gefährlichen Situationen komme – querbeet durchs Stadtgebiet, sagt Walter Veeser. "Und bei Fußgängern stelle ich zunehmend eine Ablenkung durch Smartphones fest."

Handys und Unfälle

Wie viele Unfälle es in Freiburg wegen Smartphones gibt, lässt sich nicht sagen. In der Statistik über alle Verkehrsunfälle in der Stadt tauchen nur einzelne auf, in der Vergangenheit höchstens sechs pro Jahr. "Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus", sagt Polizeisprecherin Laura Riske. In der Statistik stehen Handys nur, wenn sie tatsächlich als Unfallursache ermittelt wurden. Doch das geht meist nur, wenn der Nutzer es zugibt oder die Polizei es beweisen kann, indem sie die Handydaten ausliest. Das darf sie nur bei schweren Unfällen, und wenn sie zudem Hinweise auf Handynutzung hat.

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[Foto: Thomas Kunz]