Ein Baustellenbesuch beim Dreisamcafé

Fabian

Freiburgs spektakulärstes Gastroprojekt des Jahres 2006 entsteht in diesen Tagen in Gewässernähe: das Dreisamcafé (Illustration oben: Modellzeichnung). Fabian hat die Baustelle besucht und sich mit Lars Bargmann getroffen, dem Projektleiter. Später haben wir mit Bela Gurath telefoniert, einem der Betreiber. Auf fudder erfahrt Ihr alles Wissenswerte über das Dreisamcafé.



Die Ampel wird grün, Fußgänger überqueren die Schwarzwaldstraße Richtung Kronenbrücke. Hinter ihnen ist das Martinstor gut zu erkennen. Kaum schaltet die Ampel auf rot, donnern die die LkWs davon. Es ist warm, es ist laut und es stinkt nach Abgasen.


Der Lärm kommt nicht nur von der Straße, sondern von einer Baustelle, direkt unten an der Dreisam. Unweit entfernt haben sich einige Passanten versammelt und verfolgen neugierig aus sicherer Entfernung das geschäftige Treiben: An einem Kranseil pendelt ein dünner Stahlträger, der Lastwagen wird mit ausgehobender Erde beladen, dazwischen wuseln die Bauarbeiter, die an Freiburgs jüngstem Gastroprojekt arbeiten: dem Dreisamcafé.



Wie ist der Stand der Dinge bei den Bauarbeiten?
Es läuft ganz gut, das Projekt liegt im Zeitplan. Momentan arbeiten die Bauarbeiter am Tiefbau und am Rohbau. Sie kommen gut voran.

Wann wird das Dreisam-Café eröffnet?
Eröffnungstermin ist der 9. Juni, der Eröffnungstag der Fußball-WM. Dann sollen der Biegarten und die Außenterrasse fertig sein. Das Gastro-Objekt soll zwei Monate später eröffnet werden.

Kann man dann auch Spiele der Fußball-WM an der Dreisam ansehen?
Geplant ist, die WM auf Plasmabildschirmen zu übertragen.

Orientiert sich das Dreisamcafé an hippen Gewässer-Locations wie zum Beispiel der Strandbar Mitte in Berlin?
Eher nicht. Das Dreisamcafé ist keine Strandbar im klassischen Sinne. Direkt am Ufer wird es aber eine kleine Beach mit Sandstreifen geben, bei der Sonnenanbeter in Liegestühlen chillen können. Herzstück des Dreisamcafés ist aber ein großer Biergarten mit Bierbänken (Selbstbedienung) bzw. Einzelbestuhlung.

Das Dreisamcafé ist also keine Szene-Location, richtig?
Mit Sicherheit nicht, die Zielgruppe ist wesentlich größer und umfasst nicht zuletzt auch Spaziergänger jeglichen Alters und Familien - es ist auch ein Kinderspielplatz geplant. Das Dreisamcafé soll ein entspannter Ort für alle Freiburger werden.

Welche Rolle spielen Sound und DJ-Musik?
Am Anfang keine - "das höchste Gut ist das Rauschen des Baches" (O-Ton Bela Gurath). Statt dessen spielen visuelle Inszenierungen eine große Rolle: Die Bäume sollen beleuchtet und Fackeln aufgestellt werden. Das könnte romantisch werden!

Welche Kapazität hat das Dreisamcafé?
Im Freien 400 Plätze, im Gebäude selbst 100 Plätze.

Der Pegel der Dreisam war in jüngster Zeit recht hoch, das Café ensteht direkt am Ufer. Keine Angst?
Aus den historischen Hochwasserständen der vergangenen 200 Jahre hat das Projektteam den Höchstwert genommen und darauf noch einmal einen Sicherheitswert draufgelegt. Das heißt die Wahrscheinlichkeit, dass das Wasser einmal bis zu unserem Fundament reicht ist sehr gering - auch weil an dieser Stelle das Flussbecken sehr tief ist. Lars Bargmann ruft täglich bei der Pegelmessstelle in Ebnet an und erkundigt sich über den neusten Stand.

Hat das Dreisamcafé im Winter geschlossen?
Nein, das Café wird ganzjährig betrieben.

Wer steckt hinter dem Projekt?
Erfinder und Projektleiter ist der Freie Journalist Lars Bargmann, der schon vor etwa vier Jahren die Idee für ein Flusscafé hatte. Bargmann ist Redakteur des Freiburger Stadtmagazins Chilli. Betreiberin des Dreisamcafés ist die Dreisamufer-Terrassen-GmbH. Hinter ihr stehen Thomas Fehrle (Betriebsleiter) sowie Bela Gurath und Frank Böttinger (Endless Event), die auch das Café Wiener betreiben. Die Projektkosten liegen laut Gurath im Millionenbereich.

[Gesprächspartner: Lars Bargmann und Bela Gurath; Co-Recherche: kus]