Ehe-Tipps von Schnapszahl-Paaren

Carolin Buchheim

Vor einem Jahr, einem Monat und einem Tag, am 8.8.8, heirateten im Freiburger Rathaus 50 Paare. Die ersten acht Brautpaare stellte fudder-Redakteurin Caro damals in einem Artikel vor. Auch heute, am 9.9.9., wird wieder im Akkord geheiratet. Drei Paare, die am 8.8.8 geheiratet haben, erzählen, wie ihr erstes Ehejahr war. Und welche Tipps sie für die Paare des 9.9.9. haben.



Elisabeth und Frederic Elskamp


Am 8.8.8

Frederic Elskamp:
"Im ersten Ehejahr ist es uns sehr gut ergangen. Ich arbeite seit Anfang 2009 in Waldshut-Tiengen und Ende Juli sind wir dorthin umgezogen. Meine Frau ist in Ihrem Psychologiestudium nun scheinfrei und erwartet Anfang Oktober unser erstes Kind. Man kann also schon sagen, dass uns die Schnapszahl-Ehe Glück gebracht hat. Welche Tipps können wir nun geben?


1. Wenn man sich zur Hochzeit entschieden hat, so muss man nicht auf ein Schnapszahldatum warten. Schaden tut es aber auch nicht.

2. Man soll sich nicht von anderen dazwischen reden lassen, dass das eine doofe Idee ist, sondern es einfach machen.

3. Genießt euren Hochzeitstag - auch wenn es verdammt stressig werden kann und vielleicht nicht jedes Detail so klappt wie geplant - es wird trotzdem einer der schönsten Tage in eurem Leben!"


August 2009

Mirjam und Matthias Hedinger


Am 8.8.8.

Mirjam Hedinger: "Unser erstes Jahr war wunderbar. Zunächst einmal war das Hochzeitsfest rauschend und noch viel schöner als ich es mir erträumt hatte. Dann hatten wir eine wunderschöne und erlebnisreiche Wanderung nach Turin für die uns unsere Freunde und Verwandte mit ganz liebevollen und kreativen Geschenken bedacht haben. Das war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, ein gelungener Start in die Ehe.

Da unsere Gäste per Reise nach Jerusalem dazu "verdonnert" wurden, uns jeden Monat einen anderen Genuß angedeihen zu lassen, waren wir zum Beispiel zum Brunch in Zürich, zum Torte Essen in München, zum Cocktail in London, zum Konzert auf dem ZMF etc. Diese vielen kleinen Events haben unser erstes Ehejahr noch mal versüßt.

Einen Tipp mag ich nicht abgeben, da ich das nach einem Jahr Ehe als anmaßend empfände. Aber ich finde das Buch "Liebe Dich selbst und es ist egal wen Du heiratest" von Eva Maria Zurhorst für jeden der eine Beziehung hat empfehlenswert.

Und ich denke oft, an einen Artikel aus der Badischen Zeitung als ein altes Ehepaar zur Diamantenen Hochzeit nach einem Tipp gefragt wurde - die antworteten so etwas wie: "Wir wollten halt immer, dass es dem anderen gut geht". Ich glaube, das macht letzendlich eine gute Beziehung aus.

Hat die Schnappszahl geholfen? Sicher nicht. Aber dass wir so früh morgens geheiratet haben, das war richtig gut. Denn so konnte es keine konventionelle Hochzeit werden und das hat glaube ich dem Fest einen besonderen Schwung gegeben. Und natürlich war der Rummel an und um diesen Tag schön. Zum Beispiel das Interview für fudder. Auf diesem Weg noch mal ein Dankeschön an das Weingut Landmann und die Badische Zeitung für den Gewinn der 18 Flaschen Sekt.

Hätte ich schon vor einem Jahr in dem Interview sagen könne, aber da war ich logischerweise zu aufgeregt. So viel für heute. Mein Mann hat gerade das Essen auf den Tisch gebracht!"


Heute

Ingrid & Thomas Basler


Am 8.8.8

Ingrid Basler:
"Ja, uns geht es wirklich gut! Wir sind glücklicher den je! Ich habe es nicht gedacht, aber so ein Ring verändert alles doch mehr, als man vermuten würde.
Oder es verändert einen selbst wie auch immer. Mein Mann und ich fühlen uns noch enger zueinander verbunden. Die Kraft, aus der wir gegenseitig schöpfen in schweren Tagen, ist unsere Liebe füreinander. Das Vertrauen, die Ruhe, die wir beim anderen finden und das Lachen vom anderen. Es ist so schön.

Mein Mann sagte mir erst kürzlich: 'Egal wie, wir hätten uns auf jeden Fall getroffen, weil wir Seelenverwandte sind.' Das letzte Jahr ging super schnell vorbei und es gab leider auch einen sehr traurigen Tag in diesem Jahr, aber unser Motto ist und war: 'Zusammen schaffen wir alles'. Unser Highlight war unsere Kirchliche Trauung diesmal mit allen unseren Liebsten, und es war traumhaft schön romantisch und emotional. Nachdem wir letztes Jahr überraschend für alle nur mit 2 Hochzeitsgästen geheiratet haben, sprich unserem Sohn Pascal und unserem Hund Shaila, war es sehr schön, diese Freude und unser Glück mit unseren Liebsten teilen zu können.

Ich hatte mir fest vorgenommen nicht aufgeregt zu sein, schließlich hatte ich Ihn ja schon ein Jahr vorher geheiratet, aber schon die Nacht vom 07.08.09 auf den 08.08.2009 konnte ich nicht schlafen und so ging es weiter. Meine lieben Frisörinnen Tanja und Heike versuchten, mich zu beruhigen, hatten mir sogar Beruhigungstropfen besorgt und tatsächlich: sie wirkten bis vor die Kirche. Jetzt wusste ich: gleich ist es soweit, und ich wollte nicht weinen, sondern mich an den Blicken meines Mannes und der Gäste erfreuen, wenn Sie mich sehen würden. Aber ich schaffte es nur bis zur Schwelle der Kirche mit meinem Vorsatz.

Ab da sah ich nur noch Ihn, seine Augen, die mich voller Liebe, Wärme und Zuneigung empfingen und ich war so glücklich, dass diese Blicke mir galten und ich hätte am liebsten die Zeit angehalten, so schön war es, begleitet vom 'Ave Maria'-Lied auf Ihn zuzugehen. Die Kirche hätte lehr sein können ich hätte es nicht gemerkt.

Als es zum Ringwechsel kam, sollten wir uns unseren Treueschwur sagen. Mein Mann sagte mit Tränen in der Stimme „Ich kann jetzt nicht“. Das war für mich der schönste Schwur, weil er von Ihm war und Liebe aussagte mehr den je. Unsere Hochzeitsreise in die Karibik war wunderschön und hat Spuren hinterlassen; weil wir haben Angelika und Michael kennen gelernt, die mittlerweile unsere Freunde sind und bei unserer kirchlichen Trauung dabei waren.

Ja, unser erstes Ehejahr ging schnell vorbei. Wir haben beide gesagt, dass wir bestimmt noch mal heiraten werden. Vielleicht in Las Vegas, oder sonst wo auf dieser Welt. Wer weiß. Unser Tipp für die zukünftige Paare ist, auf Kleinigkeiten zu achten sich gegenseitig liebevoll und mit Respekt begegnen, und zu wissen: nicht die großen Geschenke an Geburtstagen oder Festtagen sind wichtig, sondern die kleinen im Alltag.

Wie sich zum Beispiel einfach so einen Tag im Monat auszuwählen, an dem man nur mit dem Partner was macht, oder auch nur einen gemeinsamen regelmäßigen Spaziergang miteinander unternimmt und nicht zu vergessen sich immer wieder zu sagen und besonders mit Gesten zu zeigen, dass man immer noch verliebt in seinen Partner ist."


8.8.9 - Kirchliche Trauung

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