Freiburger Wölfe

EHC-Torwart Lukas Mensator: Nicht der Größte, dafür schnell

Benjamin Resetz

Er kam als Nachfolger für Publikumsliebling Christoph Mathis nach Freiburg und zeigte bisher, dass das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist: EHC-Keeper Lukas Mensator.

Der Torhüter will bei den Wölfen beweisen, dass er mit 32 Jahren und unter 1,80 Meter Körpergröße den Kasten ebenso gut hüten kann, wie seine massigen Kollegen.

Auf dem Eis ist er schnell, selbstbewusst und manchmal auch laut. Privat schlägt der Neu-Freiburger allerdings ruhige Töne an. EHC-Torhüter Lukas Mensator ist kein gewöhnlicher Schlussmann, passt mit seiner mutigen Spielweise aber gut ins System von Trainer Leos Sulak. Dabei interpretiert der 32-Jährige seine Rolle im EHC-Tor sehr individuell.


"Ich bin nicht der Größte", beschreibt Mensator sich selbst. "Deshalb muss ich vor allem schnell sein." Tatsächlich ist der mit 1,75 Metern für einen Eishockeytorwart recht klein und kein Hüne, wie es sein Vorgänger Jonathan Boutin noch gewesen ist. Er weiß jedoch, wie er mit Einsatz und flinken Händen die Versuche des Gegners vereiteln kann.



"Die meisten großen Torhüter decken nur das Tor ab, fangen aber kaum Scheiben", findet der ehemalige tschechische Nationaltorhüter. Er selbst greife bewusst nach jedem heranfliegenden Puck. Gleichzeitig sieht der Routinier in einigen Aspekten seines Spiels noch Luft nach oben. Zu viele verdeckte Schüsse aus der Distanz habe er zu Saisonbeginn durchgelassen, erklärt der Neu-Freiburger selbstkritisch.

"Es ist leicht zu behaupten, man hätte den Schuss nicht gesehen", so Mensator. "Die Wahrheit ist aber: Eigentlich kannst du jeden Schuss rechtzeitig sehen. Du musst dich vorher richtig bewegen." Auch habe er zu viele Rebounds zugelassen. "Das darf nicht passieren. Da müssen wir alle besser aufpassen."

Wer Lukas Mensator beobachtet, stellt fest, dass er einen nicht ganz alltäglichen Spielstil pflegt. Ungewohnt aufrecht in seiner Grundhaltung, ständig in Bewegung, bleibt er für den Gegner schwer ausrechenbar. Was viele andere Torhüter mit ihrer breiten Polsterung erledigen, regelt er mit seinen blitzschnellen Reflexen. Auch scheut sich der Wölfe-Keeper nicht, den Torraum zu verlassen und schnelle Gegenstöße selbst einzuleiten.

Mensator dirigiert, kritisiert und hält seiner Mannschaft den Rücken frei. Zuletzt geschehen beim 4:1-Erfolg der Wölfe in der Lausitz, als der Torhüter die Füchse-Stürmer mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb. Seine wenigen Fehler erlaubte sich der Keeper bislang in Spielen, in denen die Wölfe ohnehin kaum Aussichten auf den Sieg hatten. So auch im Heimspiel gegen DEL-2-Meister Kassel, als er einmal daneben griff sowie einen Schuss nach vorne abprallen ließ und so das Gegentor verschuldete.

Bei manchem Anhänger stieß Mensators Verpflichtung zunächst auf Unverständnis. Viele hatten nach dem Abschied von Stammkeeper Boutin damit gerechnet, dass Eigengewächs Christoph Mathis wieder die Nummer eins im Wölfe-Tor bekleiden würde. Mathis Vertrag wurde jedoch nicht verlängert, der Schlussmann wechselte zum Oberligisten Hannover Scorpions. Inzwischen konnten sich die Anhänger von den Fähigkeiten des Neu-Wolfes überzeugen, der sich meist als sicherer Rückhalt präsentiert.

Befreundet ist Mensator mit Neuzugang Radek Duda. "Schon in Tschechien haben wir ein Jahr zusammen und mehrere Saisons gegeneinander gespielt", erinnert sich Mensator. "Er hat mir mal mit einem Schuss den Finger gebrochen, aber ich glaube, das weiß er nicht", ergänzt er lachend. Seine neue Heimat gefällt ihm.

Seine Zeit verbringt der ruhige Typ meist mit dem Erlernen der deutschen Sprache. "Zwei bis drei Stunden übe ich täglich, aber es ist sehr schwer", berichtet er. "Noch fühle ich mich auf Englisch wohler, verstehe aber inzwischen schon einige Ansagen des Trainers auf Deutsch." Dann grinst er: "Bis Weihnachten spreche ich es dann fließend."
Wölfe empfangen Riessersee

Nächster Anlauf für die Puckjäger des EHC Freiburg in der zweithöchsten Eishockeyspielklasse DEL 2. Nachdem die Mannschaft von Trainer Leos Sulak drei ihrer bislang vier Erfolge in der neuen Saison in der Fremde einfahren konnte, will das Rudel von der Ensisheimer Straße auch auf heimischem Eis wieder jubeln. Gelegenheit dazu gibt es an diesem Freitag, 19.30 Uhr. Dann empfängt die Equipe um Kapitän Philip Rießle den SC Riessersee aus Garmisch-Partenkirchen. Beim Tabellenfünften wird nach acht Wochen Pause erstmals wieder Stammkeeper Matthias Nemec das Tor hüten. Bei den Wölfen rückt indes Backup-Goalie Marco Wölfl ins erste Glied. Verzichten muss EHC-Trainer Sulak weiter auf die verletzten Defensivspieler Yannick Mund und Milos Vavrusa. Am Sonntag reisen die Breisgauer nach Crimmitschau (17 Uhr). Am Dienstag (18.30 Uhr) treffen die Wölfe dann im Rahmen eines Freundschaftsspiels auf die deutsche U-20-Nationalauswahl.