Echo-FM: Was die Landesanstalt für Kommunikation zum Uni-Radio sagt

Manuel Lorenz

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichten Mitarbeiter des Freiburger Uni-Radios Echo-FM eine Online-Petition mit dem Titel "Rettet Echo-FM". Nächste Woche will sich die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) mit der Uni Freiburg treffen und über die Zukunft des Uni-Radios treffen. Was die LfK und die Uni zum Status quo sagt:



Bei der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK) gibt man sich ob der studentischen Petition (fudder berichtete) überrascht: "Die Angst, dass das Uni-Radio seine Lizenz verlieren würde, ist unbegründet", sagt LfK-Pressesprecher Axel Dürr. Aber darum gehe es bei dieser Sache auch gar nicht.


Die Sache ist nämlich Folgende: Im vergangenen Jahr haben sich die medienrechtlichen Bedingungen für eine Frequenz geändert. Erstens muss man Frequenzbedarf jetzt bei der Bundesnetzagentur anmelden und nicht mehr bei der LfK. Zweitens: Wenn eine Lizenz gesplittet ist, braucht man zwei getrennte Netzbetreiber, die jeweils eine Sendeanlage zur Verfügung stellen.

Insbesondere Letzteres tangiert Echo-FM. Die Lizenz teilen sich zur Zeit noch PH und Uni, was in Zukunft eigentlich nicht mehr zulässig ist. Laut Axel Dürr würden aber Bundesnetzagentur und LfK eine pragmatische Lösung anstreben, bei der dies umgangen werden könne. "Es geht hier ja um ein Lern-Radio, nicht um ein kommerzielles Radio", so Dürr.

Möglich wäre zum Beispiel - so lässt das Uni-Rektorat durchsickern -, dass die Universität Lizenznehmer wird und einen Vertrag mit der PH über deren Sendezeiten abschließt. Uni-Pressesprecher Nicolas Scherger: "Das ist naheliegend, da die Universität die gesamte Sendetechnik bereitstellt."

Das größere Problem scheint immer noch zu sein, die einzige professionelle Redakteursstelle des Uni-Radios neu zu finanzieren. Ab Mitte November wird diese nämlich nicht mehr wie bisher aus Qualitätssicherungsmitteln bezahlt werde können. Die studentischen Mitglieder der Kommission, die über die Vergabe dieser Mittel entscheidet, hatten eine weitere Finanzierung der Stellen abgelehnt. Das betrifft übrigens auch die 50-prozentige Redakteursstelle von Uni.TV.

Das Rektorat der Uni kommunizierte vergangene Woche, man erarbeite derzeit ein neues, dauerhaftes Betriebskonzept für die crossmediale Ausbildungsredaktion von UniCross, Uni-Radio und Uni.TV.: "Ziel ist, die medienpraktische Ausbildung noch stärker in die Lehre der Fakultäten zu integrieren und die Redaktionen auf eine neue Finanzierungsgrundlage zu stellen", heißt es in einer Stellungnahme von Heiner Schanz, Vizerektor der Uni Freiburg und Prorektor für Lehre.

Die Petition der Echo-FM-Mitarbeiter haben währenddessen über 3450 Personen unterschrieben - handschriftlich und im Internet (Stand: 3. Juni 2013). Sie wird regelmäßig aktualisiert und fungiert gewissermaßen als Weblog. Der letzte Eintrag vom Donnerstag zählt verschiedene Beiträge auf, die seitdem zum Thema erschienen sind - unter anderem im Stuttgarter Uni-Radio Horads 88,6 und in der Freiburger Wochenzeitung Der Sonntag (2. Juni 2013, Seite 2).

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[Foto: fudder-Archiv]