Dutt: "Sind wir nicht alle etwas verrückt?"

David Weigend

Am Samstag empfängt der SC Freiburg (Rang 9) den 1. FC Kaiserslautern (Rang 14). Robin Dutt kündigte in der heutigen Presserkonferenz ein kampfbetontes Spiel an, das vom SCF bestimmt werden soll. Verzichten muss er dabei weiterhin auf sieben Spieler.



Ein Dialog aus der heutigen Pressekonferenz.

Journalist: "Wann wird Jan Rosenthal wieder spielen können?"


Dutt: "Das kann in acht Tagen sein, es kann aber auch zwei bis drei Wochen dauern. Kommt ganz darauf an, wie schnell die Jochbeinfraktur verheilt. Ich denke, dass er bald wieder ins Training einsteigen wird. Es ist ja nicht ganz einfach, mit so einer Maske wieder gleich in die Zweikämpfe einzusteigen. Da muss man schon ein bisschen verrückt sein."

Journalist: "Ist Rosenthal so ein Verrückter?"

Dutt (lacht): "Ach, sind wir nicht alle etwas verrückt?"

Es sind Momente wie diese, in denen eine Pressekonferenz beim SC-Freiburg vom üblichen Floskelfahrplan abweicht ("Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten Kaiserslautern wäre sehr wichtig", "Unangenehmer Gegner", "Man kann nie zu wenig Punkte holen", etc) und einen etwas spritzigeren Touch bekommt. Wobei man Herrn Dutt die Balance zwischen Sachlichkeit und trockenem Humor nicht absprechen kann.

Die mittlerweile sieben verletzten Spieler seines Kaders scheinen den Trainer kaum zu bedrücken. "Die Jungs, die zur Zeit spielen, machen ihre Sache doch recht ordentlich", findet er. Natürlich würde er Jonathan Jäger in einem "engen Spiel" wie dem bevorstehenden gern aufstellen, doch Jägers Knie ist entzündet, er wird frühestens wieder gegen Bayern spielen können.

Ömer Toprak ist heute wieder ins Training eingestiegen und wird am Samstag auflaufen können. Sollte dies wider Erwarten doch nicht möglich sein, sieht Dutt in Daniel Sereinig und Immanuel Höhn aus der zweiten Mannschaft zwei Alternativen.



Dutt prognostiziert, dass übermorgen der SCF das Spiel machen werde, während der FCK auf Konterchancen lauert. "Die Phase nach dem jeweiligen Ballverlust wird entscheidend sein." Ob er ein oder zwei Stürmer aufstellen werde, ließ er wie immer offen. "Kaiserslautern agiert aus einer kompakten Defensive heraus. Anfang der vergangenen Saison suchten wir unser Glück in einer etwas naiven Offensive", verglich Dutt die jeweiligen Aufsteiger-Konzepte.

Der Trainer findet es angenehm, dass die Mannschaft momentan nicht den Druck hat, das Feld von hinten aufrollen zu müssen. Und wie es sich für einen Freiburger Trainer gehört, warnt er vor dem möglichen Fall in den Tabellenkeller. "Die negative Serie wird kommen. Wenn nicht, werden wir um internationale Plätze spielen und darauf habe ich mich im Frühjahr nicht eingestellt."

Schade eigentlich. Am Anfang der Saison ging Dutt davon aus, dass 20 Punkte am Ende der Hinrunde ein befriedigendes Ergebnis seien (momentan stehen 12 Punkte auf der Habenseite). Inzwischen befürchtet er, dass 20 Punkte nach der Hinrunde für den Klassenerhalt nicht ausreichen könnten: "Wenn Schalke und Stuttgart hochkommen, könnten am Ende der Saison 36 Punkte zu wenig sein."

Das Spiel am Samstag eröffnet eine Englische Woche: Nächsten Dienstag um 20.30 Uhr tritt der SCF zum Pokalspiel in Cottbus an, vier Tage später ist das Auswärtsspiel bei Bayern München.

Was: SC Freiburg gegen 1. FC Kaiserslautern
Wann: Samstag, 23. Oktober 2010, 15.30 Uhr
Wo: Dreisamstadion
Karten: alle Stehplätze ausverkauft; die letzten 900 Restkarten sind im Verkauf; aus Kaiserslautern kommen rund 280 Karten zurück.  

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