Hertha BSC Berlin – SC Freiburg 2:1

Durchgecheckt: Die Einzelkritik der SC-Spieler

René Kübler

Bei 43 Grad Fußball zu spielen, das ist mehr Arbeit als Vergnügen. Die Arbeit erledigten die meisten Sportclub-Profis ordentlich, für einen Punktgewinn wären ein paar Ausreißer nach oben nötig gewesen.

Alexander Schwolow

Seine Torwarthandschuhe der neuesten Generation sehen ein bisschen nach Baumarkt (Abteilung Gartenarbeit) aus. Das hinderte Schwolow nicht daran, sicher zuzupacken. Seinen Strafraum hatte er ebenfalls im Griff. Chancenlos war Schwolow beim ersten Gegentor, etwas unglücklich beim (abgefälschten) zweiten.

Aleksandar Ignjovski

Wenn die Füße nicht genügten, nahm auch der Außenverteidiger im Zweikampf mal die Hände zu Hilfe. Ignjovski erledigte seinen Defensivjob zupackend, die Füße wollten im Spiel nach vorn aber nicht immer, wie er wollte. Ballverluste waren die Folge.

Manuel Gulde

Zuverlässig – damit ist die Leistung von Manuel Gulde treffend beschrieben. War meist zur Stelle, wenn er zur Stelle sein musste. Den Spielaufbau überließ er weitgehend anderen.

Nicolas Höfler

So ganz ohne Aufsichtsperson wollte SC-Coach Christian Streich seine Bundesliga-unerfahrene Defensivzentrale dann doch nicht lassen. Also übernahm Höfler den Sicherheitsdienst in der Dreierkette, die meist eine Fünferkette war. Der Kapitän hielt die Rasselbande beisammen, war zudem umsichtiger Spieleröffner. Und obendrein einziger Freiburger Torschütze. Das beste Gesamtpaket.

Caglar Söyüncü

Für den Start in die Bundesligasaison war der Azubi eigentlich nicht vorgesehen. Beobachten und dazulernen – das sollte der 20-jährige Türke in der ersten Phase seines Auslandsaufenthalts. Abgesehen von der einen oder anderen Holpereinlage agierte Söyüncü erstaunlich abgeklärt.

Christian Günter

So viel älter als Söyüncü ist Günter nicht. Dem 23-Jährigen merkte man an, dass er schon ein paar Partien in der Eliteliga auf dem Buckel hat. Unauffällig routiniert.

Amir Abrashi

Hyperaktiv in direkten Duellen mit Gegenspielern. Etwas mehr Ruhe am Ball hätte ihm gut getan. Dem Freiburger Spiel übrigens auch.

Janik Haberer

Bei seinem Bundesligadebüt wirkte Haberer bisweilen wie ein kleiner Junge an seinem ersten Schultag, nervös zappelte er herum, adressierte einen Pass eher mal ins Gesicht des Gegenspielers als zum eigenen Mann. Der SC-Aufbau übers Zentrum litt darunter.

Vincenzo Grifo

Brauchte einige Zeit, um zu begreifen, dass er nun eine Klasse höher tätig ist. Und als Betrachter von außen brauchte man einige Zeit, um Grifo als aktiven Teilnehmer auszumachen. Hatte gute Chancen, aber auch bekannte Aufmerksamkeitsdefizite beim Umschalten von Offensive auf Defensive.

Maximilian Philipp

War fleißig. Doch das waren seine Kollegen auch. Von einem Begabten wie Philipp erwartet man Spielwitz. Den hatte der künftige U-21-Nationalspieler diesmal kaum zu bieten. Entsprechend wenig Überraschungsmomente waren in den Freiburger Angriffszügen zu erkennen.

Florian Niederlechner

War zunächst für die Showeinlagen im ansonsten pragmatischen SC-Spiel zuständig. Niederlechner schob den Gegenspielern den Ball durch die Beine, was das Zeug hielt. So effektiv wie im Verlauf der Vorbereitung agierte der Angreifer bei seinen Lustspielchen aber nicht.

Nils Petersen

Sollte in der Schlussphase retten, was zu retten war, das tun, was er schon so oft getan hat: Tore schießen. Doch die Zeit war zu knapp.

Onur Bulut

Bulut durfte mit Petersen aufs Feld – und stellte sich im vielleicht entscheidenden Zweikampf des Spiels gegen den Berliner Siegtorschützen Julian Schieber ungeschickt an. Wer zu früh grätscht, kommt gern mal zu spät.
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