Duolingo: Online Sprachen lernen in gut und gratis

Martin Jost

Duolingo ist ein kostenloser Online-Sprachkurs, der Vieles bietet, was sonst Geld kostet. fudder-Autor Martin lernt mit Duolingo seit einem Vierteljahr Spanisch. Warum er kleine Schritte macht und trotzdem motiviert bleibt:



Ich würde gern so viel Spanisch verstehen, wie ich auf dem Papier kann. Ich hatte nie richtig Zeit für diese Sprache, schon gar nicht, als ich mir noch schnell für die Zwischenprüfung „Grundkenntnisse“ einpaukte. Jetzt habe ich zwar immer noch keine Zeit, aber ich schreibe seit Monaten Hausarbeiten und ab und an muss mein Gehirn einfach Gassi gehen.


Das Schöne an Duolingo: Ich kann das Spanischlernen in kleine Häppchen unterteilen. Und wenn es nur eine Fünf-Minuten-Pause am Schreibtisch ist, habe ich heute trotzdem zehn Vokabeln wiederholt.



Duolingo motiviert, jeden Tag wenigstens ein bisschen zu üben. In meiner 103 Tage währenden Lernsträhne habe ich 133 neue Wörter gelernt. In dem Lernprogramm in Game-Optik sammelt man auch Punkte, wenn man mal keine Geduld für neue Vokabeln oder Grammatiklektionen hat und einfach nur Bekanntes festigen will. Anreiz sind zunehmende Erfahrungspunkte, steigende Levels und Lingots.

Lingots sind Duolingos Währung. Sie lassen sich aber nicht in echtes Geld tauschen – die App ist auch nicht versteckt kostenpflichtig. Lingots verdient man einzig durch Dranbleiben. Freischalten kann man mit ihnen zum Beispiel Bonuslektionen, Stoppuhr-Training oder einen Tag Übungsfrei. Klingt wie ein Browsergame? Ist Absicht. „Duolingo macht süchtig“, wirbt die App auf ihrer Startseite.



Wie ein Online-Spiel, aber mit Lernen

Die Qualität der Inhalte ist hoch. Typische Übungen trainieren das Übersetzen von Wörtern und Sätzen von der Herkunfts- in die Zielsprache und zurück; das Hörverstehen der Fremdsprache; und die richtige Aussprache, die per Mikrofon getestet wird. Natürlich computergesteuert, aber dafür sehr flexibel. Duolingo unterscheidet zwischen echten Fehlern und bloßen Tippfehlern.

Die Lektionen bauen intelligent aufeinander auf und lassen einem trotzdem die Freiheit, immer wieder selbst die Reihenfolge des Lernens festzulegen. Am Anfang steht ein Einstufungstest und auch im Verlauf des Kurses kann man Lektionen überspringen, sofern man das entsprechende Wissen schon hat.

Duolingo ist für seine Nutzer sowohl in der Browser- als auch der iOS- und Android-Version kostenlos und werbefrei. Das Angebot finanziert sich durch Übersetzungsleistungen. Fortgeschrittene Lerner dürfen sich an der Übersetzung echter Web-Artikel probieren. Die Übersetzung, die die Schwarmintelligenz zustande bringt, hat dann angeblich eine höhere Qualität als eine von Profi-Übersetzern angefertigte.

Laut Medienberichten bezahlen zwei ungenannte US-Medienunternehmen Duolingo-Macher für die Übersetzungen ihrer Community (Zeit: Vom Ende der Routine).

Im Moment lässt sich auf Duolingo noch nicht in allen Benutzersprachen lernen. Mit Deutsch als Herkunftssprache kann man bislang nur Englisch lernen. Um Spanisch lernen zu können, muss man im Moment schon Englisch beherrschen. Die Community will das Angebot an möglichen Sprachenpaaren aber weiter ausbauen.

Duolingo

Quelle: YouTube


 

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