Musikszene

Drummer und Ex-Gemeinderat Tilo Buchholz wird der erste Freiburger Popbeauftragte

BZ-Redaktion

Tilo Buchholz wird städtischer Popbeauftragter. Er soll zwischen Politik, Verwaltung und Popmusikkultur vermitteln. Buchholz ist Schlagzeuger bei "The Brothers" und war früher Stadtrat der Grünen.

Tilo Buchholz soll seinen Job als Popbeauftragter zum 1. Oktober antreten. Angesiedelt ist die Stelle bei der städtischen "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH". Das teilte die FWTM am Mittwoch mit (Kommentar).


Bei der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2017/2018 hatte der Freiburger Gemeinderat völlig überraschend 50.000 Euro für eine auf zwei Jahre angelegte 50-Prozent-Stelle bei der FWTM genehmigt. Sie wird eine Schnittstelle zwischen Popmusikkultur und Verwaltung, Politik und Wirtschaft darstellen.

"Wir hielten es für sinnvoll, die aktive Popszene gleich zu Beginn einzubeziehen"Bernd Dallmann
In einem Workshop mit 15 Vertreterinnen und Vertretern der Freiburger Musikszene seien die aktuellen Herausforderungen der Popkulturszene erörtert und das Stellenprofil erstellt worden, heißt es in der Mitteilung. "Wir hielten es für sinnvoll, die aktive Popszene gleich zu Beginn einzubeziehen", wird FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann zitiert.

Für die Stelle des Popbeauftragten sind laut FWTM 28 Bewerbungen eingegangen. Fünf Bewerber seien zu Gesprächen eingeladen worden. Tilo Buchholz habe durch seinen Lebenslauf überzeugt: Als Musiker in der Band The Brothers sei er in der Freiburger Musikszene verortet und habe diese in den letzten Jahren unter anderem als Gründungsmitglied der Freiburger Musikerinitiative Multicore, Pop FRequenz Freiburg sowie als Mitglied des Kulturausschusses für den Schwerpunkt "Rock, Pop, Jazz" mitgeprägt.

Buchholz kann auch Musiker bleiben

Durch seine Tätigkeit als Stadtrat von 2011 bis 2014 verfüge Buchholz über Erfahrungen in städtischer Verwaltung und Politik. Die 50-Prozent-Stelle ermöglicht es Buchholz, weiterhin als Musiker tätig zu sein.

Der Popbeauftragte soll Freiburg als Pop-Musikstandort aufwerten, indem er die Szene vernetzt und ihr zu Relevanz verhilft. Er soll Proberäume und Auftrittsorte entwickeln, die Musiker auf dem Weg in die Professionalität unterstützen. Er soll auch als neutraler Mittler bei Interessenskonflikten wie Lärmschutz oder Sperrstunde vermitteln. Nicht zuletzt soll Buchholz auch Zuschüsse aus Berlin, Stuttgart und Brüssel akquirieren.

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