Druffis

David Weigend

"Unser Live-Set ist auch dafür gedacht, zu pushen und die Leute über die Klinge springen zu lassen, wenn sie wollen", hat Andreas Kubat (Foto) von Northern Lite im fudder-Interview gesagt. Heute früh um 2.30 Uhr im Crash sind einige Menschen über imaginäre Klingen auf dem Tanzboden gesprungen.



Northern Lite aus Erfurt, ein vierkköpfiger Bastard zwischen ausgeflipptem Elektro (Mediengruppe Telekommander), Synthieautobahnmusik (Wolfsheim) und Industrial Hardcore (Prong). Diese Referenzmeierei sagt nicht viel aus. Jedenfalls stehen da vier Thüringer Mannsbilder auf der Bühne, teilweise tragen sie diese Schirmmützen wie in "Emil und die Detektive".




Einer dreht Knöpfchen, einer singt, zwei spielen schwere Gitarren. Je länger das Quartett musiziert, elektrisiert, zu Bewegung animiert, desto mehr Menschen steigen vom Drifter's Club die Treppen hinab vor die Bühne. Frauen wie Männer, Unisex, so heißt auch das aktuelle Album von Northern Lite. Es ist etwas lauer als der Vorgänger "Temper", aber sorgt mit den meisten Tracks dennoch dafür, dass viele Hörer einige Hemmschwellen überwinden und sich völlig gehen lassen. Schweiß, Ekstase, Tanzen, bis man auf der Toilette den Kopf unter den Wasserhahn hält.



Viele Melodien von Northern Lite sind nicht besonders raffiniert, sie sind, sagen wir mal, mit Tunnelblick komponiert. Dennoch könnte die Band von Faschingstechnoiden wie Scooter nicht weiter entfernt sein. Northern Lite schaffen es, gleichzeitig stumpf und elegant zu klingen, und irgendwie sehen sie auch ein bißchen so aus. Respekt für die etwa zweistündige Spielzeit und die flashige Lichtschau. Vollbedienung.