Dreiste Diebe holen sich Tresor aus Polizeigarage zurück

Patrik Müller

Die Emmendinger Polizei ist Opfer von Einbrechern geworden. Offensichtlich haben sich zwei Diebe einen beschlagnahmten Tresor mit 4000 Euro wieder zurückgeholt.

Die Beamten hatten einen VW-Golf mit einem Tresor im Kofferraum beschlagnahmt und auf dem Gelände des Polizeireviers an der Wiesenstraße abgestellt. In der Nacht vom 13. auf 14. Oktober brachen die Täter ein Stahltor an der Rückseite des Gebäudekomplexes auf und nahmen den Tresor wieder mit – der stammt aus einem Kiosk-Einbruch in Bühl im Kreis Rastatt und dürfte 4000 Euro in Bargeld enthalten haben. Der Vorfall wurde erst jetzt bekannt.  


Die Vorgeschichte: Am Freitag, 11. Oktober, hatten Polizisten einen 29- und einen 25-jährigen Mann in einem VW-Golf angehalten. Hintergrund: Die Beamten brachten das Kennzeichen mit einem Tankbetrug in Verbindung und fanden bei der Kontrolle einen verschlossenen Tresor im Kofferraum, dessen Herkunft die Männer nicht erklären konnten. Die Polizisten nahmen die beiden mit aufs Revier, ließen sie nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft aber laufen – zu diesem Zeitpunkt konnten sie den Männern keine Straftat nachweisen. Fahrzeug und Tresor wurden beschlagnahmt.

In der Nacht zum Montag brachen die Diebe das Stahltor am Revier auf. Es gelang ihnen nicht, den Golf kurzzuschließen, sie konnten aber den Kofferraum öffnen und den Tresor auf ein Fahrzeug laden. "Das ist unangenehm", sagt Polizeisprecher Walter Roth. "Mit so viel Dreistigkeit haben wir nicht gerechnet." Die Beamten gehen davon aus, dass der 29- und der 25-Jährige dahinterstecken. Die Männer sind auf freiem Fuß. Die Staatsanwälte sehen keine Fluchtgefahr, die Kripo ermittelt. Mittlerweile wurde bekannt, dass der Tresor in Bühl gestohlen wurde.

Das Revier ist 24 Stunden besetzt. Niemand bekam etwas mit. In Richtung Elz, sagt Roth, sei das Gelände relativ groß – aber nicht so groß, dass die Garage samt Auto nicht zu finden gewesen wäre. Einen Komplizen in Uniform hatten die Einbrecher laut Roth nicht. "Das kann man ausschließen", sagt er.