Drei Tote bei Familientragödie in Gundelfingen

David Weigend

In Gundelfingen wurde gestern Abend eine Frau stranguliert in ihrer Wohnung entdeckt. Kurz darauf raste ihr Mann mit dem elfjährigen Sohn frontal gegen einen Laster, vermutlich mit Absicht. Beide starben. Der zweite Sohn, 17, überlebte das Drama unverletzt.



Das Drama in Gundelfingen hatte in dem Haus mit drei Parteien im Neubaugebiet "Am Glotterpfad" an der Rheintalbahn unweit des Waldstadions begonnen: Der Notruf der Nachbarn ging um 19.50 Uhr bei der Polizei ein. Sie berichteten, eine blutende Frau liege in einer der Wohnungen.




Als Todesursache kommt Gewalteinwirkung gegen den Hals in Frage. Näheres muss durch eine Obduktion festgestellt werden.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ergaben einen dringenden Tatverdacht gegen den 47 Jahre alte Ehemann der Frau.

Er soll nach der Tat die Wohnung verlassen und den gemeinsamen Sohn, 11 Jahre alt, mit seinem Auto auswärts abgeholt haben. Zusammen mit dem Sohn befuhr er dann um 20.05 Uhr in seinem BMW-Cabrio die Bundesstraße 294 (Zubringer BAB 5, AS Freiburg-Nord) in Fahrtrichtung Gundelfingen.



Auf gerader Strecke steuerte er den BMW auf einen entgegenkommenden Sattelzug aus dem Raum Mainz. Bei der offenbar herbeigeführten Kollision verstarben sowohl der 47 Jahre alte Pkw-Lenker als auch der 11 Jahre alte Junge. Der Fahrer des Sattelzugs, 51 Jahre alt, wurde leicht verletzt. Bei dem Zusammenstoß entstand ein Sachschaden von zirka 50.000 Euro. Während der Unfallaufnahme, welche sich über mehrere Stunden hinzog, war die B 294 komplett gesperrt. Eine Umleitung war eingerichtet worden.



Der 17 Jahre alte Sohn der Ehefrau überlebte das Drama unverletzt. Nach Informationen der Badischen Zeitung befand er sich zum Zeitpunkt der Tat nicht in der Wohnung. Der Jugendliche erlitt einen Schock und befindet sich derzeit in psychologischer Betreuung.



In der Wohnungen nahmen Kriminaltechniker und Rechtsmediziner ihre Arbeit auf, berichtete Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid gestern Abend. Die Ermittler hoffen, dass die Auswertung von Spuren am Tatort Hinweise auf das Motiv für die Tat bringen wird. Die Familie war bislang nicht auffällig gewesen - wie so oft hatte im Vorfeld offenbar nichts auf die Bluttat hingedeutet. Heute sollen die Leichen obduziert werden.

Quellen: BZ online & Polizeibericht