Tierische Überraschung

Drei Katzenbabys überleben Fahrt von Frankfurt nach Freiburg im Radkasten eines BMW

Joachim Röderer

Drei kleine Katzenbabys haben mehrere Tage im Radkasten eines 5er-BMW überlebt – inklusive einer Fahrt von Frankfurt nach Freiburg. Dann bemerkte sie der bis dahin ahnungslose Fahrer.

Es war am Montagabend, als der Fahrer eines 5er-BMW an die Extrol-Tankstelle in der Bötzinger Straße im Gewerbegebiet Haid kam und nach einem Wagenheber fragte. Er hatte seltsame Geräusche in seinem Auto gehört, die immer lauter wurden. Die Mitarbeiter der Waschstraße nahmen sich der Sache an und hörten eine Art Gejaule, das sie im Bereich des Radkastens am rechten hinteren Rad lokalisierten. Und so nahm eine unglaubliche Tiergeschichte ihren Lauf.


Extrol-Mitarbeiter Gioachino Felice, den alle Jacky nennen, löste mit einem Schraubenzieher die Verkleidung ab und griff in den Hohlraum: "Da hatte ich ein Katzenbaby in der Hand, das vielleicht 10 bis 15 Zentimeter groß war", erzählt der 52-Jährige am Tag nach seinem bislang wohl ungewöhnlichsten Arbeitstag. Doch da waren weitere Geräusche im Wagen. Er tastete den Hohlraum weiter ab. Und holte Baby Nummer zwei ans Tageslicht. Auch dieses Kätzchen machte einen lebendigen Eindruck, bemerkte Jacky Felice, der selbst Katzenbesitzer und –liebhaber ist.

Wie lange die Tiere schon im Radkasten lagen, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Der Wagenbesitzer jedenfalls war am Samstag von Frankfurt nach Freiburg gefahren und hatte da schon komische Geräusche gehört, aber nicht zuordnen können.

Das Tierheim entdeckte Kätzchen Nummer drei

Nach der Befreiung der zwei Kätzchen fuhr der BMW-Fahrer schnurstracks zum Tierheim nach Lehen. Mitarbeiterin Melanie Pfennig nahm die Babys im Empfang. Und sie nahm sich noch einmal den Radkasten vor – und stieß auch das dritte Geschwisterchen aus dem Wurf. "Die Kätzchen müssen zwei bis drei Wochen alt sein, denn sie hatten die Augen schon auf", so Melanie Pfennig. Dass die Katzenmama die Babys in dem Radkasten geboren hat, könne eigentlich nicht sein, heißt es im Tierheim. Möglicherweise habe sie aber die Katzenkinder dort versteckt, weil sie aus einem irgendwelchem Grund ihr Nest verlassen musste, so eine Vermutung.

"Wir erleben hier ja viele Geschichten, aber so etwas ist noch nie vorgekommen" Extrol-Stationsleiter Florian Maser
Jedenfalls haben die drei Babys die tagelangen Strapazen bei großer Hitze gut überstanden. Das Miauen klappe jedenfalls gut: "Sie haben laute Organe", so Melanie Pfennig.

Auch an der Extrol-Tankstelle freute sich das ganze Team um den glücklichen Katzenretter Jacky Felice über die guten Nachrichten aus dem Tierheim und das Happy End für die blinden Passagiere des BMW. "Wir erleben hier ja viele Geschichten, aber so etwas ist noch nie vorgekommen", meint Stationsleiter Florian Maser.

Katzen haben ja bekanntlich sieben Leben – die Drei von der Tankstelle haben jedenfalls eisernen Überlebenswillen gezeigt.