Drei Franzosen spielen in der Beat Bar Fingertheater

Daniel Laufer

In der Kneipe kann ja alles passieren. Manchmal trinkt man zum Beispiel sein Bier und dann kommen drei Franzosen und machen Kultur:



Ist das schon Hochkultur? Die Schauspieler sind zwei Hände, die Bühne ist ein Holzrahmen und die ganze Aktion der Abschuss. "Aye", krächzt ein Mann. "Ok! Yee-haw!" Immer wieder. Der Zeigefinger mit Aufsteckaugen hüpft durchs Scheinwerferlicht, dann bekommt er einen Hut, den er als Schiff benutzt. Aber das Ding sinkt. "Mayday, mayday!", schreit er jetzt. Whatever.



Mitten in der Beat Bar Butzemann haben die drei Franzosen ihr Miniatur-Theater aufgebaut. Einer hockt hinter der Bühne auf dem Boden, die anderen beiden kommentieren den Spaß mit Akkordeon und Klarinette in Klezmer-Manier. Das wirkt alles ein bisschen improvisiert, wie Dinge am späten Mittwochabend eben so sind, nach ein paar Flaschen Bier und einigen Kurzen. Dafür natürlich auch ziemlich schräg und ziemlich witzig.

Es ist nicht Shakespeare, aber am Ende kommt tatsächlich noch eine Geschichte zusammen - die eine Geschichte eben, von Mann und Frau, vom Kennenlernen, Häusle bauen und Kinderkriegen. Am Ende hat das Paar vier kleine Finger (wieder mit Aufsteckaugen) und tuckert mit ihnen (wieder auf dem Schiff) in die Nacht.

"Wir sind drei arme Gesellen", sagt der Krächzer, als er fertig, ist auf Französisch. Dann kreist der Hut. Da kann man schon mal was geben, die bekommen ja keine Kulturförderung.

Mehr dazu: