Drei Fragen an Sprayer Zoolo, der Freiburg ein Je-suis-Charlie-Graffiti geschenkt hat

Marius Buhl

Der Sprayer Zoolo aus Freiburg hat ein Graffiti an der Schwabentorbrücke gesprüht. Darauf zu lesen: Je suis Charlie. Warum Zoolo die Message gewählt hat und was passiert ist, als er das Stück gesprüht hat.



Du hast an der Schwabentorbrücke ein Graffiti gesprüht: Je suis Charlie, ist darauf zu lesen. Warum?

Natürlich wollen wir mit dem Stück Solidarität bekunden und zum aktuellen Geschehen in Paris Stellung beziehen. Presse und Kunstfreiheit sind ein hohes Gut - wir hatten schon Zeiten, als das anders war. Da hab' ich aber keinen Bock drauf. Man kann aber natürlich drüber streiten, ob das was die Karikaturisten gemacht haben, immer richtig war. trotzdem verbinde ich mich da mit ihnen in der Sache voll und ganz.

Siggi, ein Freund von mir, und ich fanden den Platz am Schwabentor sehr gut, weil es da sehr viele Menschen sehen - auch vom Auto und vom Fahrrad aus. Mit so einer Message wollten wir nicht in eine Unterführung, wo niemand sie sieht. Außerdem gibt es das Graffiti - so weit ich weiß - noch nirgends anders an einer so großen Wand. JR (Juste Ridicule), ein berühmter französischer Sprayer hat aber in Paris Proteste organisiert. Er hat auch Plakate gemacht, auf denen die Augen der getöteten Zeichner riesengroß gedruckt sind. Die waren dann auch Teil der Kundgebungen.

Wie waren die Rückmeldungen auf euer Stück Kunst?

Sehr positiv. Viele Menschen haben schon während des Sprühens angehalten, uns "Danke" gesagt und Fotos gemacht. Am verrücktesten war dann aber ein Franzose, der auf der anderen Dreisamseite vorbeilief und irgendwas von Front National gebrüllt hat. Ich spreche zwar wenig Französisch, Siggi aber ganz gut und er hat gehört, dass das irgendwelche rechten Nazi-Sprüche waren. Sowas wollten wir natürlich überhaupt nicht bezwecken.

Wie kam es zur Motivwahl?

Wir hatten erst überlegt, einfach das Schild auf schwarzem Grund zu sprayen. Die Symbolik mit der Hand aber hat uns gut gefallen. Unsere Namen haben wir dann aber - der Thematik geschuldet - nur sehr dezent eingesetzt.



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